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Historische Mythosforschung

Heidi Hein, Marburg

Der Begriff Mythos ist "in" – dies spiegelt sich im fast schon umgangssprachlichen Gebrauch [1] von "Mythos" und in zahlreichen, auch wissenschaftlichen Publikationen wider, die konkrete Haltungen und Bilder der "Wahrheit" den Fakten gegenüberstellen wollen. In der Regel werden auf diese Weise bestimmte Vorstellungen einfach als Mythos diffamiert, weil Mythos als etwas Irrationales verstanden wird. Bei der Benutzung des Begriffs "Mythos" wird jedoch nicht über dessen Entwicklung, Gehalt, Bedeutung und Funktionen nachgedacht. Dies ist, vor allem unter Einfluss einer kulturwissenschaftlichen Perspektive, die grundsätzliche Aufgabe historischer Mythosforschung, da Mythen gerade für den Bereich des Politischen eine wichtige Rolle spielen: Sie werden verwendet, um politische Ansprüche und Ziele zu begründen und durchzusetzen.

 

1. Forschungsstand

Obwohl der Begriff "Mythos" in den letzten Jahren,auch im wissenschaftlichen Bereich, fast schon inflationär [2] verwendet wurde, gewinnt die historische Mythosforschung seit den 1990er Jahren erst allmählich an Kontur. Es liegen schon zahlreiche geschichtswissenschaftliche Werke vor, die sich mit einzelnen politischen Mythen auseinandersetzen, die jedoch bezüglich ihres methodischen Zuganges, ihres Umfanges und ihrer Qualität höchst unterschiedlich sind.

Trotz einer unüberschaubaren Anzahl an mythentheoretischer Literatur und zahlreicher theoriegeladener Mythos-Konzepte, in denen einzelne kultur- und geisteswissenschaftliche Disziplinen unterschiedlich behandelt werden, trotz einiger neuerer Arbeiten zu einzelnen politischen Mythen und trotz des Bandes des Politologen Christopher Flood [3] fehlt nach wie vor eine fundierte übergreifende und umfassende geschichtswissenschaftliche Analyse und Theoriebildung.

Die historische Mythosforschung entwickelt sich gegenwärtig vor dem Hintergrund moderner kulturwissenschaftlicher und konstruktivistischer Ansätze, die den methodischen Rahmen liefern. Die Reflexionen und Ergebnisse der Arbeiten über die "invention of tradition" (Hobsbawm) und die "imagined communities" (Anderson), das kollektive und kulturelle Gedächtnis sowie Erinnerungsorte und darauf aufbauend zu einzelnen Vermittlungsformen des Mythos wie Denkmälern und Feiernstellen stellen notwendige Voraussetzungen für die historische Mythosforschung dar, da diese über die reine inhaltliche Deskription von Mythen hinausgehen muss. Sie geben nicht nur den Impuls, sondern liefern auch die methodischen Grundlagen, auf deren Basis die Fragen nach den Ausdrucks- und Vermittlungsformen sowie nach den Funktionen politischer Mythen beantwortet werden können. Darüber hinaus muss historische Mythosforschung auch zu einem Vergleich politischer Mythen und zu einer Theoriebildung beitragen, wofür ein intensiver, vergleichender Austausch über verschiedene Mythen notwendig ist. Dieser kann auch die Konturen der einzelnen historischen Mythen schärfen und Besonderheiten in Aussage und Funktion herausarbeiten.

 
Obwohl die historische Mythosforschung zur Zeit en vogue ist, werden bislang nur wenige historische Mythen und mythisch behaftete Erinnerungsorte aus der Geschichte Ost-, Ostmittel- und Südosteuropas analysiert, wobei auch hier die Forschungslage höchst unterschiedlich ist. Während laufende [4] und jüngst abgeschlossene Projekte gerade jüngerer Kollegen und Kolleginnen zu Themen aus diesen Geschichtsregionen eine fundierte Theorie kenntnis, ausgefeilte Methodik sowie einen innovativen Ansatz aufweisen und für die Geschichtswissenschaften insgesamt richtungsweisend sein können, sind gerade die älteren Studien im Wesentlichen deskriptiv und weniger analytisch in Bezug auf die Funktionen und Wirksamkeit von politischen Mythen. Festzustellen ist, dass schwerpunktmäßig einige Mythen, wie etwa der Stalin- und Lenin-Mythos, der Tannenberg-/Grunwald- und derStalingrad-Mythos sowie der polnische antemurale-Mythos behandelt wurden, während andere Mythen wie der des "polnischen Freiheitskampfes" ansatzweise oder gar nicht untersucht wurden. Dies gilt insbesondere für Südosteuropa, dessen politische Mythen, abgesehen vom Kosovo-Mythos, bisher nur in vereinzelten Studien ansatzweise untersucht wurden.

 

2. Definition des politischen Mythos

Ein Mythos ist eine sinnstiftende Erzählung, dieUnbekanntesmitBekanntem erklären will. Er ist schon für denBegründerder modernenMythosforschung in der Philosophie, ErnstCassirer, einbesonderergeistiger Bezugsrahmen, weil mythisches Denkenauf einemRasterapriorischer Prämissen beruht. Der Unterschiedzwischeneinempolitischen und religiösen Mythos liegt im FehleneinerescatologischenHeilserwartung, auch wenn der politische Mythosein(pseudo-)religiösesVokabular benutzen kann. Ein Mythos entstehtimmerdann, wenn subjektivspektakuläre, nicht alltäglicheEreignisse eintretenund über sie inForm einer selektivenInterpretation berichtet wird,indem bestimmtehistorische Ereignisseüber Gebühr betont, anderedagegenvernachlässigtwerden. [5]

 

Man kann einen politischen Mythos als "ErzählungüberBegebenheitender Vergangenheit [definieren], diediesenBegebenheiten eine besondereBedeutung für die Gegenwartverleihtund dergestalt die Autorität derererhöht, die ineiner bestimmtenGemeinschaft Macht ausüben." [6]

 

Er stellt also eine selektive und erstarrteInterpretationderVergangenheit dar, indem er einzelne historischeSachverhaltenichtmehr den Tatsachen gemäß interpretiert, so dass eseine"mythischeLesart der Wirklichkeit" [7] gibt: BestimmtehistorischeAspekte werdenüber Gebühr betont, anderedagegen vernachlässigt. Mankann ihn also alseine"Heroengalerie" und als "Leistungsschau"derjeweiligen Gemeinschaftverstehen. Politische Mythen alsstereotype,verfestige Geschichtsbilderheben das im kollektivenGedächtnishervor, was die jeweiligeGesellschaft bzw. Kulturfürexistenziell notwendig hält. Sie sindletztlich eine ErklärungundDeutung historischer Vorgänge und eineBeglaubigung dergrundlegendenWerte, Ideen und Verhaltensweisen vonGruppen. Einpolitischer Mythosbasiert somit letztlich auf einer"gemachten,erfundenen Erinnerung", daer die Vergangenheit zumindeststarkidealisiert. Dabei inszeniert er -ähnlich den religiösenMythen –"den ewigen Kampf zwischen dem Guten unddem Bösenoder die grundlegendeUnterscheidung zwischen dem Reinen unddemUnreinen, dem Verbotenen undGebotenen usw." [8] Hierbei istderMythos in modernen Gesellschaftenletztlich eine zurRationalitätkomplementäre Verarbeitungsform derWirklichkeit. [9]

Im Sinne der Auffassung von Hans Blumenberg von der "ArbeitamMythos"[10] ist der Mythos durch seine semantische Strukturwandelbar,so dasser immer neue Deutungsperspektiven ermöglicht.Dies istbesonders fürveränderte gesellschaftlicheKontexte von Bedeutung, indenen er einemerheblichen Funktionswandelunterliegt. Ein politischerMythos ist daherein Produkt bestimmterpolitischer Vorstellungen, diehistorisch unddamit veränderlichsind, so dass er als "an ideologicallymarkednarrative[angesehen werden kann] which purports to give a trueaccountof aset of past, present, or predicts political events andwhichisaccepted as valid in its essentials by a social group. [11]


Weil der Mythos komplexe Ereignisse entflechtet undineinfacheVorgänge auflöst, erhält er durch seinesinnstiftendeErzählungeine politisch-soziale Orientierungsfunktion.Erzeichnet sich daherdurch komprimierte, mitreißende Bilder aus,die alseine "im Nuwahrgenommene Ganzheit" Werte, Zieleund Wünsche der sozialenGrupperepräsentieren und dieseAnzahl von Menschen zu geschichtlichwirksamenEinheitenzusammenschweißen. Er ist daher ein zentralesMittelzurKommunikation und zur Mobilisierung von Massen. Einedaraussichableitende symbolische Politik, die in der GestaltungdesMythosdurch die Akteure politischen Handelns begründet liegt,istdaherein wichtiges Politikfeld, weil es zum FunktionierenundzurOrganisation von Gesellschaft beiträgt.

3. Vermittlungs- und Ausdrucksformen

Die Vermittlungsformen geben nicht nur auf vielfältigeWeisedenMythos wieder, sondern sind letztlich auch alsdessenAusdrucksformen zuwerten, da ihre Autoren bzw. OrganisatorendemMythos unterliegen undihn durch sie tradieren wollen. Für jenegilt,dass sie über dieentsprechenden (Macht-)Mittel verfügen,den Mythos aneine breitereBasis zu vermitteln. Dies istinsbesondere bei dennonverbalenVermittlungsformen wie politischeRituale (Feiern) undSymbole vonBedeutung.

Wesentliche Grundlage für die Vermittlung des MythosistdieNarration, die entsprechend interpretierteErzählungeineshistorischen Ereignisses oder einer historischen Person.Damitsichder politische Mythos im kulturellen GedächtniseinerGemeinschaftfestsetzen kann, muss er auf verschiedene Weiseimmerwieder erzähltwerden, wobei die narrative Form des MythosgroßeElastizität aufweist,so dass sie variiert und an dieneuenGegebenheiten angepasst werdenkann. [12] Von Bedeutung ist, dassdiemythische Narration dabei eineBreitenwirkung erzielt und alleGliederder Gemeinschaft erreicht. Siewird daher auf verschiedeneWeisetransportiert. Seit dem Aufkommen dermodernen Massenmedienspieltendiese eine herausragende Bedeutung beider Vermittlung desMythos, soetwa Propagandaplakate, Film, Kino,Fernsehen undRundfunk. Es werden inder Regel vor allem die Medienbenutzt, diefür ein größeres Publikum,gedacht sind, wobeijeweils fürdie Zielgruppe nuancierte Texte angebotenwerden, dadie Erzählungbeispielsweise für Kinder andersaufbereitetwerden muss als fürErwachsene.

Die Historiographie spielt für die MythenvermittlungeinewichtigeRolle, da sie wesentlich zur Mythenbildung beiträgtundsie(pseudo-)"wissenschaftlich"erklärt.Historisch-politische,populärwissenschaftliche PublizistikundPresse sind unentbehrlicheMedien, zumal durch Periodikaeinerseitsdie Narration vermittelt,andererseits auch über die mitdemMythos verbundenen Rituale undSymbole berichtet werden kann.Darüberhinaus sind die Medien, dieErgebnisse der Historiographieverwertenvon Bedeutung, beispielsweiseSchulunterricht bzw.Schulbücherals "nationale Autobiographie"(Jacobmeyer) in der Regelfürdas Fach Geschichte und Staatsbürgerkunde,aber auchfür den Unterrichtin der jeweiligen Landessprache, weildortetwa die Texte der mythischverklärten PersönlichkeitoderErzählungen über mythisch interpretierteEreignisse gelesenwerdenkönnen. Hierfür spielen auch MuseenundAusstellungen, die dem Mythosgewidmet sind, eine wichtige Rolle.

Des weiteren sind bildende und darstellende Kunst und MusikfürdieVermittlung des Mythos von Bedeutung, so etwa widmetederpolnischeHistorienmaler Jan Matejko der mythischinterpretiertenSchlacht beiRacławice ein Gemälde. Es gabentsprechendeTheaterstücke, die dieSchlacht selbst oder das Motiv(dieKosynierzy/Sensenmänner, etwa beiWojciech Bogusławski:Krakowiacy iGóraly) aufgriffen. Musikstückekönneneinerseits den Mythos behandeln,so etwa Lortzings "ZarundZimmermann" oder selbst zum Symbol werden, dasmit demMythosverbunden ist, wie der Marsz Pierwszej Brygady in BezugaufdenPiłsudski-Mythos. All diesen Medien ist gemeinsam, dasssieden"Mythos erzählen" und gleichzeitig durchihrespezifischeWirkungsweise die Emotionen der zu beeinflussendenMassenansprechen.

Darüber hinaus sind Symbole und Rituale als Vermittlungs-undzugleichals Ausdruckform des politischen Kultes bzw. MythosvonBedeutung. Mythenund ihre nonverbale Umschreibung in Form vonSymbolund Ritual stellen ininhaltlicher und funktionaler Hinsicht diedreigrundlegenden Elementevon Kulten dar. [13]

Ein Symbol gibt in bildhafter, stark verkürzter Weise einenSach-oderHandlungszusammenhang wieder, den es letztlich ersetzt.Esvisualisiertalso die mythische Narration in sehr komprimierterWeise,so dass diesefür den Menschen leicht einprägsamwerden und gleichzeitigeine bestimmtepolitische Orientierungrepräsentieren. Symbole kann manals "Bausteinedes Mythos"[14] verstehen, da sie ein nonverbalesMittelzurzwischenmenschlichen Verständigung sind unddieemotionaleVerstehensebene ansprechen. Im öffentlichen Lebensindsiebewusst eingesetzte Zeichen der Wirklichkeitsdeutung undalssolchewesentliche Elemente eines "Polysystems" [15] ,einesfestenKanons von Symbolen in einer Gesellschaft.

Rituale sind eng mit dem Mythos verknüpft, sein"Lebensprinzip".[16]Sie ergänzen als symbolischeHandlung in nonverbaler Form den Mythosund"paraphrasieren"[17] ihn in eine Handlung. Und umgekehrt: EinMythoskanngleichzeitig als eine "Erzählung verstanden werden, diedenRituserklärt", [18] da dieser einen sachlichenZusammenhang sehrkonzentriertund interpretierend nonverbaldarstellt und ihn entsprechenderklärt. Somacht der Mythos dasRitual glaubhaft und legitimiert es, daer ihmSignifikate zuweist.[19] Ein Ritual konkretisiert somit einenMythosund vergegenwärtigtdas durch den Mythos erzählte Geschehen,wiederholtes aufnonverbale Weise. Es macht den Mythos erlebbar, so dassesletztlichein Ensemble von Praktiken ist, das den öffentlichenRaumformt.Zugleich sorgt das Ritual für die Erhaltung des Mythos,weiles"seine Wiederkehr sichert und ihn in einer konkretenwieauchaffektiven Form vorführt." [20] Rituale sind im GegensatzzuMythenaber nicht grundsätzlich wandelbar und könnennicht inVariantenauftreten, weil sie nur durch immer wiederkehrendeidentischeHandlungenzu einem zu vollziehenden Symbol werden.

4. Die Grundfunktionen von politischen Mythen 

Gerade die Nation – letztlich aber jede andere sozialeGroßgruppe-ist als ein Produkt von Kommunikationsprozessen inbesonderemMaßedarauf angewiesen, sich durch Mythen und ihrenonverbalenUmschreibungenRituale und Symbole im kollektivenGedächtnisfestzusetzen. Darausergeben sie die Grundfunktionenvon politischenMythen, die alleninhärent sind, jedoch je nachKontext nicht immergleichmäßig wirksamwerden können.

Es lassen sich hierbei vier Hauptfunktionen nachweisen:Zunächstistdie sinnstiftende Funktion dem Mythos inhärent. Er"suchtnach Ordnung,klarer Trennung der Substanzen, einfachenStrukturen.Homologie undAnalogie dienen der restlosen Gestaltung derWelt".[21] Daher sindpolitische Mythen "narrative Sinngebilde miteinemkollektiven, auf dasgrundlegende Ordnungsproblem sozialerVerbändebezogenemWirkungspotential", [22] so dass sie mitder Rationalität umdieBewältigung der Wirklichkeitkonkurrieren. Ohne dieseOrdnungsfunktionkann also kein politischesGemeinweisen auskommen, dennMythen stellenin einer säkularisiertenWelt einen Religionsersatz dar.Dies bewirktdie Kraft und Bedeutungvon Mythen für moderneGesellschaften, denen ineinersäkularisierten Welt dieOrientierungs-undSinngebungsmöglichkeiten einer Religion fehlen und diedurchMythendie Kosten der Rationalisierung kompensieren müssen.Mythensind daherzentrale Elemente politischer Kultur, da sieKommunikationundAnschließbarkeit in komplexengesellschaftlichenStrukturensicherstellen. Diese Sinngebungs- undOrientierungsfunktionistinsbesondere zu Krisen- und Umbruchszeitenvon Bedeutung, so dassMythenin diesen Phasen immer wieder eineRenaissance erleben.

Aus dieser Orientierungsfunktion ergibt sichdieIntegrationsfunktion:Durch die mythische Narration wirddieGemeinschaft gleichzeitig Autorund Leser/Zuhörer ihrereigenenGeschichte, da nur die Erzählung eineVielzahl von inderVergangenheit und Gegenwart zerstreuten Sinngebungenverbindenkannindem Fremdbestimmtes und/oder andereEntwicklungenausgeklammertwerden können. [23] Nur so kann einGemeinschaftsglaubenimSinne des kollektiven Gedächtnisses aktiviertundeine"Vergemeinschaftung" (Weber) erreicht werden.PolitischeMythenintegrieren die soziale Gruppe zu einem Ganzen, weildurchsieGegensätze mediatisiert und erklärt werden, wobei diesmiteinerExklusion nicht zur Gruppe zugehörig Erklärterverbunden ist.Man trifftdaher immer wieder auf mythischeErzählungen, um den Anfangund Zweckeiner Gemeinschaft zubegründen. [24] Aus diesen beidenAufgaben vonMythen ergibtsich die dritte, die legitimierende Funktion.DieherrschaftlicheAutorität wird genau begründet,dassozialeSelbstbewusstsein gestärkt und so zugemeinsamenHandlungenanimiert. Politische Mythen werdenzur"Legitimationreal-existierender Machtverhältnisse sowie [zu]derAkkumulationökonomischen und symbolischen Kapitals eingesetzt"[25].Auf diese Weise können soziale Unterschiede undpolitischeHerrschafterklärt und gerechtfertigt werden, zumal Mythenauchfür Ideologiennutzbar gemacht werden können, dieselbstmythologische Züge (z.B. derKlassenkampf im Sozialismus)aufweisenkönnen. [26]

Dies führt zur eventuell vierten, emanzipatorischenFunktion:[27]Mythen sind "janusköpfig" (Bizeul), da sieauch(gleichzeitig) durch diedrei anderen Funktionen einerseitseinekonservative und andererseitsgegebenenfalls auch einegewisseemanzipatorische Aufgabe zugewiesenbekommen, geht es doch umdieEinbindung des Einzelnen in die politischeGemeinschaft. Auf dereinenSeite werden bei Systemwechseln entsprechendneue Mythengeschaffen, diediesen Wechsel begründen, andererseitskannzudem auf altezurückgegriffen und diese entsprechendnuanciertverwendet werden, um dieTräger und Förderer des Mythosselbstin eine historische Tradition zustellen.

Von diesen Grundfunktionen lassen sich weitereAufgabenvonpolitischen Mythen ableiten. Sie dienenderSelbstbestätigung,-identifizierung und -verortung einer um ihrAnsehenringendenGruppe, deren soziales Bewusstsein, Integration,GemeinschaftundIdentität durch sie gefördert und gestärkt werdensoll.Sierechtfertigen die Einheit aller Mitglieder in einereinzigen,homogenenGemeinschaft und markieren zwischen sich und denandereneineunüberwindbare Trennlinie, die als geistigeGrenzziehungen densichherausbildenden territorialen Grenzenentsprechen. Darauskönnenschließlich der Gedanke einerkollektiven nationalen oderanderengesellschaftspolitischen"Mission" und die Verpflichtungabgeleitetwerden, dieseauch gegenwärtig und in Zukunftzuverwirklichen,weiterzuentwickeln und ihrer würdig zu sein.[28]Entsprechendkönnen Mythen als Essenz, Ersatz, UmschreibungoderErklärungder vorherrschenden Doktrin gesehen werden.

Aus diesen grundlegenden Aufgaben lassen sich politischeMytheninvier Kategorien einteilen. Es gibt Ursprungs-bzw.Gründungsmythen,Mythen, die zur Beglaubigung dienen, Mythen, dieeineKatharsis bzw.Urkatastrophe beschreiben, undVerklärungsmythen.DieMythenarten kann man kaum trennen, da ihreAbgrenzungen fließendsindund die Grundaussagen sich nicht gegenseitigausschließen,sondernzumeist ergänzen.

Der politische Gründungsmythos ist hierbei aberals"Oberkategorie"(Bizeul) zu begreifen, da ein politischerMythos über"den Ursprungeiner politischen Äraund/oder eines abgegrenztenpolitischen Raumes"[29] kündet.Die Ursprungs- und Gründungsmythenbehandeln nichtirgendeinePerson, -ein Ereignis oder -einen Raum,sondern die Person,die –nach dem Mythos – einen fundamentalen BeitragzuHerausbildungeines Staates, einer Gemeinschaft geleistet hat,einEreignis, dasals Schlüsselereignis für die ExistenzdieserGemeinschaftbzw. des Staates zu sehen ist, und einen Raum,derwesentlich fürdie Definition des eigenen Territoriums ist. Diesesgiltfür denPiłsudski-Mythos ebenso wie für denLenin-Mythos,dieantemurale-Mythen oder Schlachten- undRevolutionsmythen.

Mythen der Katharsis, in der Regel Ereignismythen,stellenzunächsteine "negative Leistungsschau" dar, die durchden Mythosin einepositive verwandelt wird. Etwa wird eineverlorene, alsKatharsisdargestellte Niederlage als Ausgangspunktfür das Entsteheneiner neuenGemeinschaft gewertet. Aus derNiederlage, wie etwa aus derserbischenNiederlage auf dem Amselfeld(Kosovo-Mythos) wird positiveKraftgeschöpft, so dass einsolcher Mythos letztlich als UnterartdesGründungsmythosverstanden werden kann

Beglaubigungsmythen dienen der Bestätigung [30] derHandelnden –unddamit ihrer Leitideen, ihrer Ideologie. Deutlichwird dies etwa indermythenhaften Erzählung über dentechnischen Fortschritt, der Partei,desProletariats, desKlassenkampfes etc., [31] in densozialistischenSystemen, durch diedie Ideologie und letztlich auch etwader FührerkultStalinsuntermauert werden sollte. Wie anders sollte dieMassedavonüberzeugt werden, dass der Sozialismus der richtige Weg sei?

Verklärungsmythen wie der Galizien-Mythos und der MythosvonderHabsburgermonarchie in Polen nach dem Ersten undZweitenWeltkriegidealisieren unwiderruflich verlorene Gebiete,Ereignisseund Personen.Sie dienen, wie der Kresy-Mythos nach 1945zeigt, alsGedächtnisorte derSelbstwahrnehmung und derIdentitätsbildung.Sie haben jedoch in weitausgeringerem Maße als dieUrsprungs-und Gründungsmythen eineweitergehende FunktionenderLegitimierung.

5. Grundlegende Aussagen von politischen Mythen

Im Wesentlichen lassen sich in inhaltlicher HinsichtdreigrobeKategorien politischer Mythen feststellen: Mythen umPersonen,Mythenim Zusammenhang mit einem historischen Ereignis undRaummythen.Siekönnen sich dabei aus mehreren kleinen Mythenzusammensetzen,[32]einzeln vorkommen, sich aber auch gegenseitigergänzen undverstärken.Häufig bilden politische Mythen einsichgegenseitig ergänzendes"Mosaik", wodurch auch sichbestimmte Nuancenergeben und bestimmteFunktionen besonders in denVordergrund treten.

Bei der mythischen Verklärung von lebenden und/oderPersonenbzw.ihren Leistungen wird die Verbindung von Mythen, RitualenundSymbolenbesonders deutlich, da sie, wenn sie in einemDeutungs-undAbhängigkeitsgeflecht auftauchen, einen politischen Kultbilden,derdaher als soziale Praxis von Mythen verstanden werden kann.[33]Mythenstellen seine inhaltliche Grundlage dar, da dieverehrtecharismatischeGestalt bzw. ihre erbrachten historischenLeistungenüberbewertet undüberhöht bzw. uminterpretiert,dannmonumentalisiert und schließlichmythisiert werden, indemdiehistorische Entwicklung personalisiert undallein auf diePersonfixiert dargestellt wird.

Dies bedeutet, dass der Mythos, der sich auf einekultischverehrtelebende oder schon längst verstorbenePersönlichkeitbezieht, sichallein auf die historische Leistung desjeweiligenKultobjektskonzentriert, die für alle verständlichdargestelltwird. Dies zeigtz.B. die Entwicklung des Piłsudski-,des Lenin- und desStalin-Mythos.Durch die Berufung auf solche durchden MythosüberbewertetenPersönlichkeiten wird einehistorische Traditiongeschaffen und/odereine (fiktive) historischeKontinuität hergestelltund dadurch dasbisher Erreichte inspezifischer Weise verklärt. DiehistorischePerspektive bzw.das Geschichtsbild wird dadurch verengt, sodassanderekonkurrierende Personen und/oder EntwicklungenimGeschichtsbildkeinen Platz haben. Ist dies ein Mythos, derkomplementärzueinem anderen ist, so wird die durch den MythosvermittelteLeistungso interpretiert, dass sie inhaltlich denErfordernissen deszuergänzenden Mythos entspricht. Häufig stehen dabeidiePersonenmythenin einem Zusammenhang mit der herrschendenIdeologie,mit anderen Mythenund Kulten. Besonders deutlich wird diesetwa beidemAleksander-Nevskij-Mythos, der eine spezifischeAusprägungimZusammenhang im Stalinismus während des"GroßenVaterländischen Krieges"erhielt, oder bei dem Mythos umIvan IV.Grozny, der ebenfallsentsprechend ausgebaut wurde. DerPiłsudski-Mythosstellte etwaletztlich die Essenz derSanacja-Ideologie dar. Ein großerTeil derpolitischen Kulteberuft sich auf Personen oder Ereignisse, dieeinenGründungsakterklären: Lenin als Revolutionär und damit alsGründerderSowjetunion, Atatürk als Gründer der modernen Türkei,BismarckalsReichsgründer usw.

Daraus ergibt sich ein weiterer Teilaspekt des jeweiligenMythosumdie verehrte Person. Sie wird häufig, besonders instaatlichgefördertenKulten, als Erzieher bzw. Lehrerdargestellt,wodurch diese Person undihre Taten eine Vorbildfunktionannehmen.Lenin galt etwa als Lehrer undVorbild des Klassenkampfes.Einwichtiger Topos beim Totenkult istmeistens das Vermächtnisdesjeweiligen Kultobjekts, das jedoch häufigquellenmäßigschwer fassbarist. So galt es, das Erbe Lenins in derSowjetunionund das Mao Tse-tungsin China zu bewahren. Auf diese Weisewird andas verehrte Leitbildangeknüpft und eine Kontinuitätgeschaffenund propagiert.

Generell wird daher die kultisch verehrte PersönlichkeitmeistalsLandesvater bzw. Staatsgründer, als "Vater desVaterlandes",alscharismatischer, genialer, heldenhafter undfür sein Volkopferbereiter"Führer" und als"Erzieher" seines Volkes gesehen. DieseAspekte desMythoskulminieren dann häufig in der Vorstellung, dassdiekultischverehrte Person das Symbol des Staates bzw. der Bewegungist,so wieHitler beispielsweise seit 1933 das "neueDeutschland"undPiłsudski das 1918 wiedererrichtete Polen symbolisierte.

Außerdem werden Personen (bzw. Ereignisse durchKulte)mythischüberhöht, die für die positiveWeiterentwicklung vonpolitischenBewegungen bzw. Staaten alsbesonders wichtig angesehenwerden, so dasssie eine zentraleFunktion im Geschichtsbild derInitiatoren einespolitischen Kulteseinnehmen. Zu solchen Personen oderEreignissengehört auch dieTotenverehrung von Gefallenen für das eigeneVaterland.Hierbeisteht neben dem Heldenmotiv das des Opfers bzw.MärtyrersimVordergrund. Dieses wird dann zum Vor- und Leitbild fürdasHandelnder Gemeinschaft stilisiert. Daher wird in MythenvonderAufopferungsbereitschaft des Verehrten, der Vorfahren,fürdasGemeinwesen berichtet; ihre heldenhaften Taten werdendabeiso"zerlegt, verkettet und ihre Abfolge so interpretiert" [34],dass sieals Gründungsakt oder Heilsgeschichte einerpolitischenGemeinschaftinterpretiert werden können.

Ereignismythen behandeln in der Regel ein für dieEntwicklungderGemeinschaft als Zäsur und als heldenhaftdargestelltesEreignis, daswichtig für die als"Leistungsschau"imaginierte Geschichte ist. In derRegel werden keineProzesse undproblemlos verlaufenden Ereignisse,sondern starke ZäsurenundWendepunkte der Geschichte, die auf einkonkretesEreigniszurückgeführt werden, in dieser Art vonMythenthematisiert. Siehaben im Sinne der beschriebenen"Leistungsschau"der Mythen einen ehermartialischen und heldenhaftenCharakter, wobeisie jedoch meist auchnoch mit einem Heldenmythosverbunden werden.Von besonderer Bedeutungsind hierbei Kriegs- bzw.Schlachtenmythen,die die überwiegende Zahl dermythischverklärtenEreignisse darstellen, aber auch Revolutionsmythen.Durch siewirdder Anfang oder der Schlussstrich unter eine Entwicklunggesetzt,sodass beispielsweise Revolutionsmythen eine solcheZäsurmarkieren oderdass eine Staatsgründung auf einenKriegzurückgeführt wird. GeradeEreignismythen "reden vomEinst, meinenaber das Jetzt". [35] Sie stehendaher häufigim Zusammenhang mit anderenMythen, wie beispielsweise das"Wunderan der Weichsel" mit dempolnischenantemuralechristianitatis-Mythos und, zumindest beidemautoritärenSanacja-Regime, mit dem Piłsudski-Mythos verbunden wurde.

Raummythen sind vor allem dort zu finden, wo der(eigene)Raumdefiniert und dessen Besitz beansprucht,gerechtfertigtundverteidigt werden muss, wo der räumliche BezugfürdieIdentitätsbildung im Sinne einer Abgrenzungbesondershergestelltwerden muss. Raummythen sind daher eine spezifischeFormvonGründungsmythen, weil der eigene Raum für diejeweiligeGemeinschaftfundamentale Bedeutung hat. Sie dienen letztlichderProduktion von"vorgestellten Räume(n)" [36] und derVerankerung vonspezifischenterritorialen Vorstellungen. Sie sindfür die jeweiligeGroßgruppe vonbesonderer Bedeutung, dasie die räumlichen und zeitlichenGrenzen derGemeinschaftkonstruieren und diese auch leichter umdeutenkönnen.Raummythendienen also der eigenen Verortung, der Abgrenzung,denn erstdurcheinen normativ gegliederten Raum wird Identitätgeschaffen.[37]Sie bringen für die eingeschlossenen Mitglieder einebesondereArtvon Zusammengehörigkeit und fordern eine höhereaffektiveBindung. Sowie die gemeinsame Geschichte und Tradition"erfunden" und"vorgestellt"werden muss, so mussauch der eigene Raum "imaginiert"werden. Erst dievonallen Mitgliedern einer Gruppe geteilte Vorstellungvom Raum, diealsForm der Selbstbeschreibung eine strukturelleVoraussetzungfürIdentität ist, bildet bzw. fördertdaskollektiveZusammengehörigkeitsgefühl und wirktals"emotionalesBindemittel" der Gruppe. Raummythen kennzeichnen,werdazugehört und wer nicht, und geben auf diese Weise Gestalt.Siekönnennicht nur den Lebensraum und den Anspruch aufdiesenbeschreiben undrechtfertigen, ihn "aneignen", sondernführen durchdiese Prozesse auchzu einer Abgrenzung von anderenGemeinschaften. [38]Die geopolitischeImagination und die Definitiondes Raumes haben alsomit den elementarenProzessen vonIdentitätsbildung und derSelbstunterscheidung vonNationen zutun. [39] Daher umfassen sie vorallem spezielle Bilder vonderGrenze bzw. von Grenzgebieten, die denRaum "abstecken",definieren,so z.B. der Sibirien-Mythos oder der Mythosvom"Deutschen Osten",während etwa der Galizien-Mythosein verlorenesGebiet und dessenmultikulturelles und –religiösesLeben verklärt.

Raummythen besitzen jedoch keinenAusschließlichkeitscharakter,imGegenteil können auch sie von anderenMythen ergänzt undüberlagert oderin sie eingebettet werden, wasihreDauerhaftigkeit undAnpassungsfähigkeit an dengesellschaftlichenKontext zeigt. Sie könnensich jedoch nichtnur auf den bloßen Raum,sondern auch auf dortigehistorischeEreignisse rekurrieren, so dass derdurch den Mythosimaginierte Raumund mythisiertes historisches Handelnim Sinne einerLeistungsschauder um Identität und LegitimitätringendenGemeinschaftzusammen gehören. Dieser Raum und dieses Handelnwerden zueinemGanzen, zu einem Raummythos, verschmolzen, derwiederumdieGemeinschaft in besonderem Maße begründet: KeinandererMythoserbringt neben der historischen eine derartigeräumlicheSelbstverortungder Gemeinschaft wie ein Raummythos und kanndiefehlende Kontur desStaates stärker durch imaginierteRäume"ausbessern" als ein Raummythos.Besonders augenfälligistbeispielsweise die Verbindung vonErinnerungsort mit einersymbolischenAura bei den antemuraleVorstellungen, die es inzahlreichen europäischenRegionen mit einerpolitischen,kulturellen und/religiösen Grenzlagegibt. Antemurale wirddabeials "Leistungsschau" der jeweiligenGemeinschaftverstanden: DerBegriff Vormauer impliziert eine Abgrenzungvonanderen, von denjenigen,gegen die man sich verteidigenmuss.Gleichzeitig hat eine "Vormauer",ein Bollwerk gegen etwas,eine daseigene Leben bzw. die eigeneLebensweise beschützendeFunktion. Daherbeinhaltet der Begriff auch einBekenntnis zu etwas,nämlich zu dem, was"antemurale" beschützensoll:die Gemeinschaft, zu der man sich zugehörigerklärt.

Über diese grobe inhaltliche Typologisierung vonMythenhinausgehendsind jedoch die konkreten, spezifischen Inhaltedesvermitteltenpolitischen Mythos von den spezifischenhistorischenundweltanschaulichen Bedingungen abhängig und können sichimLaufe derGeschichte nuanciert wandeln. Deutlich wird dies etwabeimpolnischenantemurale christianitatis-Mythos, der sich nach1920wandelte und Polenals Bollwerk gegen den "Bolschewismus"darstellte.Ein weiteres Beispielist, dass Tadeusz Kościuszko unterden Bedingungender Teilungen Polenszunächst alsFreiheitskämpfer für sein Volk und alsFeind derrussischenTeilungsmacht verehrt wurde. Unter dem EinflussderBauern-Bewegungwurde der Mythos später noch durch dieVorstellungergänzt,dass Kościuszko sich vor allem um diekämpfendenBauerngekümmert habe. [40] Dies gilt auch für den MythosumLenin, derals "Führer der proletarischen Armee", als"Genius derArbeiterklasse",als deren Lehrer und Führergesehen wurde, der sich mitgeradezuübermenschlicherArbeitskraft in den Dienst derinternationalenArbeiterklassegestellt und sich für diese aufgeopferthabe. Dadurchwurde erzum Symbol der neuen kommunistischen Welt. NachLenins Todsollten -so die Rhetorik des Lenin-Kults - in jedemSowjetmenschen einTeilLenins, sein Geist und sein Name weiterleben undsich in derEinheitvon Arbeitern und Bauern fortpflanzen. [41]

6. Aufgaben historischer Mythosforschung

Aus den Funktionen von politischem Mythos und ihremFunktionierenalsselektive Erinnerung an die Vergangenheit der eigenenGruppeergebensich einerseits die Aufgaben und dieZielsetzungen,andererseits auchdie LeistungsfähigkeithistorischerMythosforschung. Von Bedeutunghierfür sind diegenanntenkulturwissenschaftlichen Ansätze, die nichtnur denImpuls,sondern auch die methodischen Grundlagen für die FragenachdenAusdrucksformen, Funktionen und Wirksamkeit des Mythos geben.

Um die Wirksamkeit von politischen Mythen zu analysieren unddamitdieMythen als solche zu entlarven und zu erklären, ist auchdieFrage nachihrer Rezeption von erheblicher Bedeutung, diesicherlichdie methodischschwierigste Frage ist. Für die AnalysederRezeption von politischenMythen ist bislang keineigenesmethodisches Instrumentarium entwickeltworden, so dass man sichüberdie Wirksamkeit von Mythen über zwei Ebenenklar werden kann. 1.DaMythen im kulturellen Gedächtnis verhaftet sind,kann überdietheoretischen Texte zu diesem eine Aussage über dieWirkungvon Mythengemacht werden. Darüber hinaus kanndieRezeptionsforschung zu einigenMedien wie etwa zum Film,zurPlakatkunst oder zur Schulbuchforschungeinbezogen werden. 2.DieVerwendung und die Beständigkeit von Mythensind Indizien fürdieWirksamkeit von Mythen. Daher kannihrejeweilige(Verwendungs-)Geschichte betrachtet werden. Tauchen sieimmerwiederin der historischen Erzählung auf, werden sie im Sinneder"Arbeitam Mythos" abgeändert, um für dieZeitgenossen verständlich zusein, sobedeutet dies, dass sievon ihren Förderern internalisiertwurden unddass dieZielgruppe, in der Regel die Volksmassen, immer nochfürsieempfänglich ist. Das "Überleben" von Mythen istalso derdeutlichsteHinweis für ihre Wirksamkeit. Ein weiteresIndiz dafür ist,dass esGegenerzählungen gibt, dass esetwa zu "goldenen" auch"schwarze"Legenden gibt,die den Mythos, meist eine verehrtePersönlichkeit,schlechtmachen sollen – dies weist darauf hin, dass derMythos inderGesellschaft vorhanden ist, aber nicht in dasGeschichtsbildderFörderer der Gegenlegende passt.

Grundlegende Aufgabe historischer Mythosforschung istdaher,dieeinzelnen Mythen inhaltlich und in ihrerEntwicklungsgeschichtezubeschreiben sowie ihre jeweiligen Ausprägungenund Funktionenzuanalysieren. Dafür ist es auch von Bedeutung,die"Erfinder"historischer Mythen und ihre Ziele zu untersuchen, um diemitderVerbreitung eines politischen MythosverbundenenspezifischenIntentionen zu untersuchen.

Da politische Mythen als "Leistungsschau" undals"Meisternarrationen"verstanden werden müssen und dasie eineTradition und historischeKontinuität erfinden, kannhistorischeMythosforschung einen wichtigenBeitrag zur ErforschungvonGeschichtsbewusstsein und Identität ebensoleisten wie zurErklärung vonIdeologien und politischer Kultur. DieAufgabenhistorischerMythosforschung liegen insgesamt alsodarin,herauszuarbeiten, welcheRolle Mythen bei der BildungvonGemeinschaften bzw.Massengesellschaften wie der Nation spielen,wiesie in der politischenGemeinschaft wirken, durchgesetztundverstetigt werden. Auf diese Weisekann historischeMythosforschungeinen Beitrag zurNationalismusforschung leisten, dagerade imZeitalter des Nationalismuszahlreiche historische Mythenaufkamen,aber auch zur Erforschung vonkollektiven Identitäten unddemGeschichtsbewusstsein nationaler undanderer "imaginierter"sozialerGroßgruppen beitragen. So können auchbestimmteStereotypen undIdeologien erklärt werden wie auchdieAusprägung von politischer Kultur.Die Verwendung vonpolitischenMythen, wie auch die von politischenKulten, ist daherletztlich als einBarometer für die Entwicklung desjeweiligenpolitischen Systems undseiner Gesellschaft zu sehen.Weiterhin sollhistorische Mythosforschungzwischen Mythen vergleichenund zu einerumfassenden Theoriebildungbeitragen, die klären soll, obesinhaltliche Grundmuster in denmythischen Erzählungenundallgemeingültige Mechanismen undFunktionsweisen gibt.

Zahlreiche Mythen sind in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropanochnichtumfassend untersucht worden: Im Zuge des nationalenErwachens,derNationswerdung, aber auch bei der Staatsbildung nachdem ZerfallderVielvölkerreiche und bei der Bildung, Festigungund Legitimierungdertotalitären und autoritären Systemewurde auf mythischeWeiseinterpretierte historische Vorbilder,Ereignisse etc. rekurriert,umeigene Traditionen zu schaffen und soIdentitäts-, Integrations-undLegitimationsdefiziteauszugleichen. Dies gilt auch für die Staatenbzw.Nationen nachder politischen Wende 1989/90, die vor einemideologischenVakuumstanden und deren Gesellschaften teilweise starkentwurzeltwaren. Inall diesen Krisensituationen wurden politischeMythenvirulent, sowar der Piłsudski-Mythos in den beginnenden 1990erJahrenin Polenein wichtiges Moment des historischen undnationalenBewusstseins.Auch aus diesem Grund wird in diesem Jahr(2005), dem 60.Jahrestagder deutschen Kapitulation nach dem ZweitenWeltkrieg, inRusslandwieder in besonderer Weise an den "Generalissimus"Stalinundden "Großen Vaterländischen Krieg" erinnert,weil dieserals"heldenhafte" Zeit erscheint und damitletztlich als einzigpositiveLeistung aus der Zeit der Sowjetunionempfunden wird, an diederrussische Staat heute anknüpfen kann.Die Verwendung vonsichergänzenden Mythen oder aber vonkonkurrierenden Gegenmythen weistaufden Grad der Integration ineine Gesellschaft und auch, im Falledersozialistischen Staaten des"Ostblocks", in ein Staatensystem hin,denn"Mythenkämpfesind Machtkämpfe" [42] .

Da die historische Mythosforschung hilft, das Verständnisfürdasjeweilige System und seine Gesellschaft zu vertiefen, indemsiezurErklärung von gesellschaftlichen, politischen undkulturellenProzessebeiträgt, kann die historische, aber auchpolitologischeOst-,Ostmittel- und Südosteuropaforschung vonihren Ergebnissenprofitierenund aufgrund der vorhandenen Desideratezugleich zuihrerWeiterentwicklung beitragen.

 

7. Bibliographie

Anmerkung: In der Bibliographie werden außer den in denAnmerkungengenannten Titeln nur neuere, seit 1995 erschiene ArbeitenmitMythen-Bezug sowie einige Studien mit Bezug auf die MedienderMythen-Vermittlung wie Filme oder Plakate aufgenommen, umdemInteressierten Ansatzpunkte für weitere Recherchen zuermöglichen.Nicht aufgenommen wurden Arbeiten, die Personenkultebehandeln; hiersei auf die Bibliographie in meinem Beitrag zurhistorischenKultforschung in diesem digitalen Handbuch verwiesen. Ichdanke HerrnDr. Aleksandar Jakir (Marburg) für Hinweise zu Mythen inSüdosteuropasowie Herrn Alexej Tikhomirov (Petersburg) für Hinweise ausrussischenBibliotheken.

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Stand: Januar 2005
Letzte Änderung: 24. März 2005
Email-Adresse der Autorin: heinh@staff.uni-marburg.de
Digitales Handbuch zur Geschichte und Kultur Russlands und Osteuropas (www.vifaost.de/geschichte/handbuch)

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

[1] Tepe, 16-46, hat allein 73 unterschiedliche KonnotationenundBedeutungen des Begriffes "Mythos" in der Presse ermittelt.Einepräzise Abgrenzung von Ideologie, Illusion, Täuschung, etc.scheintjedoch von den jeweiligen Erkenntniszwecken abhängig zu sein, daderMythos-Begriff an sich unscharf ist (Friedrich, Mythos, 17).

[2] Es gibt eine große Anzahl von historischer Literatur, dieimTitel das Wort Mythos trägt, ohne dass sich all diese Werke miteinemmythentheoretischen Ansatz auseinandersetzen oder gar denBegriffreflektieren. Dies weist letztlich auf die inflationäreVerwendung desBegriffs hin, der häufig als Antonym zu "Wirklichkeit"verwendet wird.

[3] Flood, Political Myth.

[4] Dies zeigten etwa auch die vorgestellten Projekte währendderSommerakademie des Herder-Instituts vom 29.8.-9.9.2004 in Marburg.

[5] Cassirer, Philosophie, 20, 65-70, 81-91, 270-285; ders.,Mythos,660ff. Zum Begriff des politischen Mythos vgl. Hein, 9 und 270,vonSaldern, Mythen, 14, 18; Flood, Myth.

[6] Dörner, Politischer Mythos, 23.

[7] Pouillon, Funktion, 69.

[8] Bizeul, Theorien, S. 17.

[9] Friedrich, Mythos, 16.

[10] Blumenberg, Arbeit.

[11] Flood, Myth, S. 44.

[12] Friedrich, Mythos, 20.

[13] Siehe zu politischen Kulten ausführlich den Beitrag von Hein, Kultforschung, in diesem digitalen Handbuch.

[14] Doucet, Banne, S. 94.

[15] Even-Zohar, Polysystem Theory, 43.

[16] Cassirer, Mythos, 41, vgl. auch Bizeul, Theorien,19.

[17] Blumenberg, Wirklichkeitsbegriff, 35.

[18] Behrenbeck, Kult, 52.

[19] Bizeul, Theorien, 19.

[20] Ebd.

[21] Ebd., 21.

[22] Dörner, Politischer Mythos, 43.

[23] Bizeul, Theorien, 21f.

[24] Mayer, Mythos, 18,25.

[25] Bizeul, Theorien, 25.

[26] Ebd., 27.

[27] Ebd., 21.

[28] Hein, Pilsudski-Kult, 8f, 270.

[29] Bizeul, Politische Mythen (Manuskript, S. 2).

[30] Langewiesche, Krieg, 15, nennt diese Mythen daher "Bestätigungsmythen".

[31] Beyme, Revolution, 156.

[32] Bizeul, Theorien, 17.

[33] Zur Forschung und zum Begriff von politischen Kulten siehe Hein, Historische Kultforschung, in diesem digitalen Handbuch.

[34] Puillon zit. nach: Bizeul, Theorien, 17.

[35] Geiger.

[36] Haslinger, 31.

[37] Davy, 59.

[38] Schlögel, 137.

[39] Ebd., 72f.

[40] Micińska, Myth, 193f.

[41] Ennker, Anfänge, 90-93.

[42] Langewiesche, Krieg, 17

 

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Inhalt:
1. Forschungsstand
2. Definition des politischen Mythos
3. Vermittlungs- und Ausdrucksformen
4. Die Grundfunktionen von politischen Mythen
5. Grundlegende Aussagen von politischen Mythen
6. Aufgaben historischer Mythosforschung
7. Bibliografie

   

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