ViFaOst Startseite Ostdok Startseite Russland, Wolgograd, Statue Rodina mat' (dt. 'Mutter Heimat') Russland, Rostow Welikij, Portal der Kirche Cerkov' Sretenija nad vodnymi vorotamy im Kloster Monastyr' Borisoglebskij Polen, Warschau, modernes Gebäude Plakat 'Russische Revolution' Ausschnitt aus einer mittelalterlichen glagolitischen Handschrift Bosnien und Herzegowina, Mostar, Ausschnitt der die Neretva überspannenden Alten Brücke (Stari Most) Tschechien, Prag, Rathausuhr Russland, St. Petersburg, Erlöser-Kathedrale Spas na krovi W. Tatlin, Monument zur Dritten Internationale (1919) (Ausschnitt) ViFaOst
      Deutsch |  Русский  | English
 
Nächsthöhere Ebene

Frauen- und Geschlechtergeschichte

Themen und Methoden der Frauen- und Geschlechtergeschichte

Carmen Scheide, Natali Stegmann

Was ist Frauen- und Geschlechtergeschichte? Mit welchen Methoden arbeitet sie? Und wie wird sie in derOsteuropäischen Geschichte umgesetzt? Welche Fragestellungen werden in diesem Fach mit den Methoden der Frauen- und Geschlechtergeschichte behandelt? Und in welchem Zusammenhang stehen Forschungsprobleme und methodische Ansätze?

Der vorliegende Beitrag möchte eine erste Orientierung zu diesem Fragenkomplex vermitteln. Dazu geben wir zunächst eine methodische Einführung und zeigen dann an einigen Beispielen aktuelle Forschungsprobleme auf. Unsere Ausführungen verstehen sich als illustrative Einführung und erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Zur Vertiefung des Themas bieten wir im Anhang eine Literaturliste an.

1. Geschlecht und Osteuropa als Kategorien historischer Analyse

"Frauengeschichte" entstand als Forschungsrichtung innerhalb des traditionellen Wissenschaftsbetriebes in den 1970er Jahren. Zwar hatten sich schon zuvor einzelne Forscherinnen und Forscher für die Geschichte von Frauen interessiert, doch nun wurde die etablierte Geschichtswissenschaft dafür kritisiert, dass sie allein die Geschichteder "großen Männer" schriebe. Historikerinnen aus dem Umfeld der 'neuen' Frauenbewegungen suchten im Sinne einer Identitätspolitik gezielt nach der Geschichte der Frauen. Dieser Vorgang war der Ausgangspunkt für eine ambitionierte Methodendiskussion, denn es wurde sehr schnell offenbar, dass man "Frauengeschichte" nicht einfach neben die etablierte "Männergeschichte" stellen konnte. Frauenleben waren zu verschiedenen Zeiten und für unterschiedliche Gruppen von Frauen auf eine jeweils unterschiedliche Art in das Muster der "allgemeinen" Geschichte eingewebt. Diese Erkenntnis mündete in der Einführung des Begriffes Geschlechtergeschichte. Diese geht heute weit über ihre Ausgangsbasis hinaus.

Auf die osteuropabezogene Geschichtswissenschaft wirkte sich die beschriebene Entwicklung mit Verspätung aus. Denn in den Ländern des 'Ostblocks' entwickelten sich erst in den 1980er Jahren 'neue' Frauenbewegungen, die zu diesem Vorgang analoge Prozesse hätten einleiten können. Und die Frauenforscherinnen im Westen arbeiteten meistens innerhalb der Grenzen der Nationalgeschichtsschreibung. Vor diesem Hintergrund sollen zunächst am Beispiel eines Quellenzitats und hierzu möglichen Analysezugänge neinige Grundzüge der aktuellen Methodendiskussion aufgerissen werden.

Die polnische Schriftstellerin Eliza Orzeszkowa (1841-1910) erlangte mit ihren sozialkritischen Werken am Ende des 19. Jahrhundertse uropaweite Bekanntheit. Eine ihrer zahlreichen Schriften trug den programmatischen Titel "Über die Gleichberechtigung der Frau angesichts des Wissens, der Arbeit und der menschlichen Würde" (1892). Sie wurdemit dem Untertitel "Offenes Schreiben an Deutschlands Frauen" erstmals in der deutschen Hausfrauen-Zeitung veröffentlicht, einem sozialreformatorisch orientierten Blatt, das damals unter der Leitung Lina Morgensterns stand, einer Vertreterin der jüdischen Frauenbewegung Deutschlands. Orzeszkowa forderte ihre Leserinnen zur Errichtung eines"Tugendbundes" auf, dessen Mitglieder sich "durch Wort und Tath gegen alles, was physischer oder moralischer Mord ist" auflehnen sollten. Hierfür sah sie in Deutschland einen besonders fruchtbaren Nährboden, denn:

"Ihr [deutschen Frauen] müßt im Blut und im Geist etwas von dem Mut der großen Reformatoren Eures Vaterlandes, von der Gründlichkeit seiner Denker besitzen, von der Sanftmut und der Liebe zum Ideal seiner Dichter und Musiker." [1]

Dieses Zitat lässt sich in mehrfacher Hinsicht lesen. Zunächst verweist die Schrift als solche und auch ihre Intention, die Frauen zum "moralischen Faktor in der Welt" zu erheben, auf die Kategorie Geschlecht als Werkzeug zur Entschlüsselung historischer Texte, und zwar auf dreifacher Ebene. Offenbar liegt hier erstens eine Quelle zur Frauengeschichte vor: die Autorin richtete sich im Kontext der damals aktuellen Diskussionen innerhalb der europäischen Frauenbewegungen an ein weibliches Publikum. Orzeszkowa appellierte zweitens als polnische Frau an die deutschen Frauen, d.h. die Quelle hat nicht nur ein geschlechter- sondern auch ein nationalpolitisches Schlüsselelement. Beide Elemente sind mit einer geschlechtergeschichtlichen Methode verstehbar. In Erweiterung einer am historischen Handeln von Frauen orientierten Frauengeschichte intendiert die Geschlechtergeschichte nämlich die Einbeziehung der Kategorie Geschlecht in die Analyse sozialer Organisation aller Lebensbereiche. Geschlecht ist demnach, wie es Joan W. Scott in ihrem Grundlagenbeitrag zur Geschlechtergeschichte "Gender: A Useful Categorie of Historical Analysis" zusammengefasst hat "a constitutive element of social relationship based on perceived differencences between the sexes, and gender is a primary way of significant relationship of power". [2] So verstanden ist Geschlecht eine Kategorie historischer Analyse neben Klasse, Alter, Nationalität, und als solche in erster Linie eine sozialwissenschaftliche Kategorie. DieseS ichtweise würde bezüglich unseres Beispiels die Fragen aufwerfen, welche soziale Stellung Orzeszkowa als Frau und als Polin genoss und welcher sozialen Schicht sie angehörte, aber auch wie die Ordnung der Geschlechter im damaligen Polen und in Deutschland organisiert war, welche Kritik Orzeszkowa an den bestehenden Verhältnissen übte und welche Utopien sie verfolgte, schließlich mit welchen kulturell gewachsenen Merkmalen Männer und Frauen in ihrem Text ausgestattet sind. Auch in dieser geschlechtergeschichtlichen Sichtweise wird die sogenannte"allgemeine" Geschichte dafür kritisiert, dass sie die Frauen bei ihrer Geschichtsbetrachtung auslässt.

Einen Schritt weiter geht die aktuelle Diskussion, die Geschlechtergeschichte zur Basis einer grundlegenden Kritik an der "historischen Meistererzählung", an der nationalstaatlich determinierten Geschichtsnarration macht. Diesem Konzept der "Einheit der Geschichte" ist, so die Historikerin Karin Hausen, "Hierarchie als ordnendes Prinzip eingelassen, und dieses Prinzip reproduziert die Logik des und der Dominierenden." [3] Auf zwei unterschiedlichen Ebenen kann Hausens geschlechterhistorischer Befund auf die Osteuropäische Geschichte übertragen werden. Erstens beschäftigt sich die Osteuropäische Geschichte in Deutschland ebenfalls mit einem Gegenstand, der aus der 'allgemeinen' Geschichtsrezeption weitgehend ausgeblendet ist, und zweitens reproduziert sie dennoch häufig die Logik des dominierenden 'Westens'. Dieses paradoxe Verhältnis muss kritisch hinterfragt werden, und zwar anhand einer Analyse der jeweils gegebenen Hierarchien. Ihre Kritik der "Meistererzählung" bezieht Hausen ausdrücklich nicht nur auf die nichtdominante Gruppe der Frauen, sondern sie fordert, das Konzept der "Einheit der Geschichte" zugunsten einer vertieften Untersuchung von Aus- und Einschlussmechanismen aufzugeben. Übertragen auf den offenen Brief Orzeszkowas an die deutschen Frauen würde dies – und damit ist die dritte Analyseebene angesprochen – bedeuten, die sich darin ausdrückende Ehrerbietung an die deutschen Frauen auch als den Ausdruck kultureller Hierarchisierungsmuster in einem europäischen Ost-West-Dialog zu lesen: die deutschen Frauen werden als Trägerinnen einer 'westlichen' Zivilisation angesprochen. Darüber hinausevoziertdie Quelle auch dieFrage nach den Publikationsbedingungen derQuelleund damit nach demVerhältnis zwischen Eliza Orzeszkowa und LinaMorgenstern.

Die Geschlechtergeschichte impliziert zusammenfassend eine Betrachtung vergangener Realitäten, Diskurse und Erfahrungen, die Geschlecht als soziale und kulturelle Kategorie mitdenkt. Sie richtet das Augenmerk auf die soziale Praxis der Geschlechterbeziehungen in unterschiedlichen Milieus, auf die diskursive Verortung von Geschlechtlichkeit in verschiedenen historischen und kulturellen Kontexten und auf die subjektive bzw. kollektive Erfahrung vonFrau- und Mannsein, sowie auf die Interdependenzen zwischen diesen dreiFragekomplexen. Dabei wird unterschieden zwischen dem biologischen Geschlecht (sex), dem ein stets mitgedachter Determinismus anhaftet, und einem sozialen Geschlecht (gender),verstandenalssoziale Organisation von Differenz, die allegesellschaftlichenBereicheumfasst und den körperlichen UnterschiedenBedeutungzuschreibt. [4] Diejüngere Geschlechtergeschichte historisiert undkritisiert demnach nichtmehr 'nur' die scheinbare oder tatsächliche Marginalität von Frauen in der Geschichte. Vielmehr sieht sie die Orientierung am Geschlechterdualismusalsgrundlegendfür die Ausgestaltung gesellschaftlicherMachtverhältnisseundkultureller Deutungsmuster an, und zwar auchdann, wenn dies indenQuellen nicht explizit ausgesprochen wird. Wennin einerQuellebeispielsweise die Rede vom "allgemeinen Stimmrecht"ist, sowärezunächst zu fragen, ob dieses die Frauen ein- oderausschloss. Wennessie ausschloss, so könnte sich das Augenmerk aufdie Fragerichten,warum die Quelle darüber schweigt, dass es sich umeinallgemeinesmännliches Stimmrecht gehandelt hat, auf welchensozialenVerhältnissenund Hierarchien sich dieses gründete, gegenwessenVorherrschaft sichdieses allgemeine Männerstimmrecht richtete,und mitwelcher BegründungMänner etwas 'allgemeines' für sich inAnspruchnahmen, und Frauen davonausschlossen? Diese Fragestellungenmachen dasHandeln einer Gruppe vonMännern als solches sichtbar. [5]

Die Geschlechtergeschichte geht von einer bestimmten Kategorie, nicht aber von einer spezifischen oder eigenen Methode aus. Sie ist vielmehr durch einen Methodenpluralismusgeprägt,innerhalbdessen die Kategorie Geschlecht vor allem auf einePerspektiveverweist,die neue Sichtweisen auf viele Felder derhistorischenForschungeröffnet. Bislang ist diese Methodendiskussionvorrangig eineauf dieGeschichte Westeuropas und NordamerikaszugeschnitteneDiskussion, die inden betreffenden Ländern amintensivsten geführtwird, wobei dieseTendenz seit einiger Zeit z.B.im Kontext derKolonialgeschichtenaufweicht. Innerhalb derOsteuropäischen Geschichtegibt es keinesystematische Diskussion derMethoden historischer Frauen-undGeschlechterforschung, auch wennverschiedene Forscherinnen immerwiederwenigstens eineBestandsaufnahme versuchen. [6] Bei derErforschungzahlreicher Themen der osteuropäischen Geschichteergibtsich daher dasProblem, dass die vorhandenentheoretischenVorüberlegungen nichtunmittelbar auf die konkretenForschungsfelder zuübertragen sind. DiesemUmstand ist es wohlzuzuschreiben, dass geradediejenigen Konzeptebesonders fruchtbarscheinen, die gegebeneUniversalansprüchehinterfragen und in ihrerHistorizität analysieren.Einerseits entsprichtdies einer allgemeinenTendenz in derOsteuropäischen Geschichte, geradeauch im Hinblick aufdie brüchiggewordene Kategorie "Osteuropa" alssolche. Die Abgrenzungdes "Ostens"wird mittlerweile als einDifferenzierungsprozessbetrachtet, der seitder Aufklärung den Westenals zivilisiert und denOsten als zuzivilisierenden Teil Europasdefinierte, wobei dieserProzess in sichnicht stringent von stattenging. [7] Parallel hierzuverlief offenbar die Zuweisung'moderner'Geschlechtermuster, derenAnspruch auf Allgemeingültigkeitebensohinterfragt werden muss. Denndie Zuordnung geschlechtlichkonnotierterBegriffe bemüht imwesteuropäischen Denken häufigein'universalistisches' Prinzips,wodurch eine scheinbare KonstanzderBedeutung entsteht. [8] Frauenwerden hier mit Natur, Privatheit undEmotionalität, Männerdagegen mitKultur, Öffentlichkeit und Rationalitätin Verbindunggebracht. ImGegensatz dazu verortet eindifferenziertergeschlechterhistorischerZugang die referenziellaufeinander bezogenenKonzepte von "Frau undMann", von "weiblich undmännlich" im jeweiligenkulturellen Kontext.Offenbar verleitet geradedie westeuropäische bzw.nordamerikanischePerspektive dazu, dieseKonzepte in der Fortsetzungdortigerhistorischer Denktraditionen alsstatische Definitionen zusehen. Geschlecht und Osteuropasindim Gegensatz dazuzwei Kategorien, die vorhandeneUniversalansprüche inFrage stellen undSkepsis gegenüberhistoriographischenVerallgemeinerungen angebrachterscheinen lassen.Wie diese Ausführungenzeigen, würde nämlich eineüberall gleichverstandene Frauen- undGeschlechtergeschichte gerade inderAuseinandersetzung mit Osteuropa demForschungsgegenstand zuwiderlaufen.

Die bisherigen Forschungen zur Frauen- undGeschlechtergeschichteimFach Osteuropäische Geschichte und in denangloamerikanischen Slavic Studies zentrieren sich auf den europäischen Teil RusslandsundderSowjetunion. Es gibt vereinzelte Studien zu denasiatischenPeripheriendieser Region, zur Geschichte der Jüdinnen undzu denFrauenbewegungen.In Polen bemüht sich die Kommission für FrauengeschichteumdieHistorikerin Anna Żarnowska um eine Systematisierung derErgebnissezurpolnischen Geschlechtergeschichte. In Budapest hat die Central European University eine Abteilung für Geschlechtergeschichte Osteuropas. Auch das Deutsche Historische InstitutinWarschauwidmet diesem Forschungsfeld große Aufmerksamkeit. ImBlickfeldstehen indiesen Institutionen das 19. und 20. Jahrhundert.FrühereEpochen sind inder westsprachlichen Literatur inEinzelstudienabgehandelt. [9] Diefolgenden Ausführungen konzentrierensich daher auf einigezentraleFragestellungen der neuerenosteuropäischenGeschlechtergeschichte inden letzten beidenJahrhunderten. Im Zentrumstehen wegen des relativgutenForschungsstandes zu beiden Ländern Polenund Rußland bzw. die Sowjetunion.

2. Frauenbefreiung und Männlichkeitsmuster

Im Kontext der damals aktuellen Entwicklungen nahmeinesystematischeErforschung russischer Frauengeschichte Ende der1970erin den USA ihrenAusgang. Wegweisend war die erstmals 1978erschieneneStudie RichardStites "The Women’s Liberation Movement inRussia".Grundlegend wardarin die Frage nach den Mitteln und Wegen weiblicher Emanzipation. Diese klassische Fragestellung ist insbesondere im Zusammenhang mit dem Problem der ModernisierungRusslandseit den Reformen Alexanders II vielfach diskutiert worden.[10] NeuereForschungen richten ihr Augenmerk stärker auf den UmbauvonGeschlechterarrangements und Konstruktionen neuer Geschlechtercodesinder revolutionären Bewegung und im nihilistischen Denken. [11] AuchdieFrauenbewegungen anderer osteuropäischer Länder werdenzunehmenderforscht. [12] Sehr grob zusammenfassend lassen sich dabeifolgendeGrundmuster herausstellen:

Die feministischen Frauenbewegungen Europas schöpften biszumErstenWeltkrieg grundsätzlich aus dem gleichenIdeenfundus.IhreHauptanliegen waren die Aufhebung vonBildungsbeschränkungen,derZugang zum aktiven und passivenFrauenstimmrecht und"Sittlichkeit"(Abschaffung von Prostitution,Bekämpfung desAlkoholismus). Diesozialistischen Frauenbewegungenorientierten sichgleichermaßen an dentheoretischen Vorarbeiten vonFriedrich Engels undAugust Bebel. Obwohldie Organisationsformen derFrauenbewegungennationalen Musternfolgten, gab es einetransnationaleProblemwahrnehmung der"Frauenfrage", die sich vorrangigdurch dengemeinsamen Bildungskanonerklären lässt. AlsSozialisationsinstanzensind hier insbesondere dieUniversitäten in Genf,Zürich und Paris zunennen. Diese waren dieersten europäischenUniversitäten, die Frauenoffenstanden und wurdenvon zahlreichenpolnischen und russischenStudentinnen besucht. [13]

Anders als in Westeuropa waren die feministischenFrauenbewegungeninPolen und Rußland nicht bürgerlich. Sie rekrutiertensich vielmehrausder Intelligencija. So unterschiedlich dieseSchicht indengenannten Ländern auch war, so zeichnet sich hiermit einimVergleichzum 'Westen' wichtiges Strukturmerkmal ab. Nicht nurdieSchwäche desBürgertums, sondern auch die Tatsache, dassdieUnterschichtenweitgehend aus agrarischer, meist nichtalphabetisierterländlicherBevölkerung bestand, führte dazu, dass diegenanntentransnationalenIdeen jeweils spezifischen Dynamikenunterworfen waren.Dies wirktesich auch auf die Ausgestaltung derGeschlechterverhältnisseund dieUtopien zukünftigen gesellschaftlichenZusammenlebens aus.

Besondere Aufmerksamkeit als vermeidliche Vorkämpfer weiblicher Emanzipation kam den russischen Narodnikiaberauchden sogenannten Warschauer Positivisten zu. Beide sahendie"Frauenfrage"als ein Mosaikstein in einemgesellschaftlichenModernisierungsprozess.Frauen haben in diesenMilieus insbesondere alsideelle Lehrerinnen desVolkes gewirkt. Dieterroristischen Bewegungenin Russland haben außerdemeine spezifischeForm des weiblichen Radikalismushervorgebracht.Dagegenzeichneten sich die nicht sozialistischenfeministischenBewegungen inOsteuropa im Vergleich etwa zu Englanddurch einen ehergemäßigtenPolitikstil aus, der sich hauptsächlich ausdemgegebenenHandlungsrahmen erklären läßt.

Diese 'gemäßigten' Frauenbewegungen Ostmitteleuropasscheinenaußerdemdurch eine Affinität zu den sich formierendennationalenBewegungengekennzeichnet zu sein. Dies richtet wiederum imVergleichdieAufmerksamkeit auf die historische Bedeutung nationalerInstanzenund dieBeteiligung von Frauen annationaldeterminiertenHierarchisierungstendenzen, etwa dieFrageantisemitischer Denkfigurenin den Schriften der Frauenbewegungen.

Die Renaissance nationaler Denkmuster und derAusbruchoffenernationaler Konflikte seit 1989 habeninnerhalbderGeschlechtergeschichte zu einer verstärkten Beschäftigungmit dem Nationalismusgeführt, und zwar auch in derOsteuropäischen Geschichte. [14] Dabeizeichnet sich eine Annäherung anneuere Forschungen zurMännergeschichteaus, innerhalb derer der Prozessdes Nationsbildungvermittelt über dasneu eingesetzte Ideal einesmännlichenBürger-Soldaten alsResonanzkörperkonservativerGeschlechterarrangements verstanden wird.In densogenanntenentwickelten Nationalstaaten wie England undFrankreichverwehrte manmit dem Hinweis auf die männliche WehrpflichtFrauen langeZeit diepolitische Partizipation, insbesondere dasStimmrecht undversuchtedurch unterschiedlichste institutionelleMaßnahmen, den Fraueneinenhierzu komplementären Platz anzuweisen. Dasweitgehende FehlendieserArrangements in vielen Regionen Osteuropas biszum ErstenWeltkriegverweist u.U. auch auf eine anderen symbolischenStellenwertdesFrauenstimmrechts, das beispielsweise den polnischen,tschechischenundslowakischen Frauen mit der Staatsgründung und derEinführungdes"allgemeinen" Stimmrechts unmittelbar gewährt wurde.

Die NationsbildungsprozesseleitetenverstärkteDifferenzierungsprozesse innerhalb derosteuropäischenStaaten ein.Durch die Russische Revolution schien diedortigeEntwicklung von derwesteuropäischen abgetrennt. Die übrigenLänderOsteuropas waren indieser Zeit u.a. durch dieEinführungwesteuropäischer Strukturengeprägt. Die Zwischenkriegszeitals Epochefreier nationaler Entfaltungwar verglichen mit derimmensenAufmerksamkeit, die der RussischenRevolution und derSowjetunion – auchunter geschlechterhistorischenAspekten zugekommen ist– bislang keinbevorzugtesForschungsobjekt. [15]

3. Experimente und Aufbau nach der Oktoberrevolution von 1917

Weibliches Engagement gab es außer in der Emanzipationsbewegung auch in der seit den 1870er Jahren bestehenden revolutionären Bewegung,derenAnhängerjedoch einen radikalen Gesellschaftswandel anstrebten,undsomit dengemäßigten Reformkurs der Frauenbewegung ablehnten.Obwohlsichtraditionell weniger Frauen als Männer in derrussischenrevolutionärenBewegung engagierten, war der weibliche AnteilimVergleich zu anderenpolitischen Gruppierungen relativ hoch.Zunächsterfolgte hier einePolitisierung durch männliche VerwandteoderBekannte, nach derRevolution von 1905 wird eine stärkereEinflussnahmedurch weiblicheVorbilder deutlich.

Frauen- und Arbeiterinnenzirkel waren oft der Beginnfüreinpolitisches Engagement in sozialistischen Parteien.Frauentratendurchschnittlich im Alter um die 20 Jahre derrevolutionärenBewegungbei, wobei die Motivation beiIntelligencija-Angehörigen vomErwerbhöherer Bildung, bei Arbeiterinnenvon ihrer Berufserfahrungausging.Nach 1905 fand eine Verschiebung dersozialen Herkunft statt:derAnteil an Arbeiterinnen stieg im Vergleichzu den vorherstarkvertreten weiblichen Intelligencija-Mitgliedern an.Diesebewussthandelnden Frauen überließen den Kampf für eineandereGesellschaft undPolitik nicht den aktiven Männern, sondernbeteiligtensich ebenfallsam Sturz des alten Regimes. [16]

Petrograder Frauen demonstrierten im Februar1917nachentbehrungsreichen Kriegsjahren für Brot und Frieden undlöstendierevolutionären Ereignisse aus, die zum Sturz des Zarenundschließlichzum Sieg der Bolschewiken im Oktober 1917 führten.

Den neuen Machthabern schien es möglich, die Vorstellungenvoneinersozialistischen Zukunft und Lebensweise inSowjetrusslandrealisierenzu können. Zahlreiche Gesetzesmaßnahmen seit1918 wie dieLegalisierungvon Ehescheidungen und Abtreibungen, einvereinfachtesEhegesetz, einstaatlicher Mutterschutz, die Gleichstellungvon Mann undFrau sowiegleicher Lohn für gleiche Arbeit sollten rasch zueinerneuen,gleichberechtigten Gesellschaft führen. BeidiesemhistorischenExperiment bedachten die Bolschewiki anfangs jedochnicht,wie einÜbergang zu schaffen sei, wie die vorhandenenAlltagsbedingungenmitden theoretischen Zielen in der Praxis vereinbartwerden könnten.DieVäter des Kommunismus – Karl Marx, Friedrich Engelsund August Bebel–hatten in ihren Schriften nur spärlich und schemenhaftden AufbauneuerLebensweisen beschrieben, die jedoch grundlegend fürdieneuesowjetische Gesellschaft sein sollten.[17] Für die LösungderFrauenfrage, worunter die Gleichstellung der Frauund ihreBefreiungverstanden wurde, erwies sich besonders Bebels Buch"Die Frauund derSozialismus" als wegweisende Lektüre. Alle MitgliederderGesellschaftsollten durch die Teilnahme an der ProduktionsarbeitdieGleichheiterlangen, häusliche Verrichtungen durchöffentlicheInstitutionenübernommen und rationalisiert,Kindererziehungvergesellschaftet werden.[18]

Auf dem Ersten Allrussischen Arbeiterinnen- und BäuerinnenkongressimNovember1918 konkretisierte die prominentestebolschewistischeFeministinAleksandra Kollontaj ihre bereits in derZarenzeitentwickeltenForderungen, den familiären Haushalt zuzerschlagen unddie privateKinderbetreuung abzuschaffen. Das verstörtevieleZuhörerinnen, die dieseVorstellungen als bedrohlichen Eingriff inihrprivates Leben empfanden.Dagegen fand die IdeekollektiverSpeiseeinrichtungen, Wäschereien undKonsumgenossenschaftenzum Bezugvon Lebensmitteln großen Anklang. [19]

Die Forderung nach einer breiten Einbeziehung von FrauenindieArbeitswelt und somit einer schnellenUmsetzungdesGleichheitsanspruchs schien während des Bürgerkriegs durcheinehoheweibliche Erwerbstätigkeit greifbar nahe zu sein.DieDesillusionierungerfolgte nach Beendigung des Krieges, als Frauendurchdiezurückkehrenden Männer von denstellvertretendeingenommenenArbeitsplätzen wieder verdrängt wurden.Hinzu kameneinwirtschaftlicher Niedergang und die SchließungzahlreicherBetriebe,die zu einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeitführten,wovon vorallem Frauen betroffen waren. Im vonpolitischen,wirtschaftlichen undsozialen Krisen geprägten Jahr 1921entschloss sichdie politischeFührung nach dem X. Parteikongress im Märzzu einerRevision derbisherigen Strategie und leitete durchdieZulassungprivatwirtschaftlicher Strukturen undwirtschaftlicherRechnungsführungden Übergang zur NĖP ein.

Bereits 1918 wurde dank der Beharrlichkeit vonInessaArmand,Aleksandra Kollontaj und anderen weiblichen BolschewikinachzähenVerhandlungen und trotz massiver Widerstände eine eigeneAbteilungfürArbeiterinnen und Bäuerinnen beim CK der Parteigeschaffen,dassogenannte Ženotdel (Ženskij otdel). [20]Bis zuihrer Schließung 1930 durch die ParteileitungerwiesensichVorstellungen einer Geschlechterordnung, die beharrlicheinemännlicheDominanz und weibliche Subordination vorsah, als Problem.

Trotz nachweislicher Erfolge bei der Mobilisierung von Frauen,etwafür die Delegiertenversammlungen, [21] und einem ständigen Anstiegansozialen Einrichtungen verstärkte sich1929/1930 die Kritik andenFrauenabteilungen von Seiten desZentralkomitees. Nach derProklamierungder "Lösung der Frauenfrage"wurden diese ersatzlos"reorganisiert".[22] Fortan kann man für die Sowjetunion voneinerutilitaristischenFrauenpolitik sprechen, die weiblicheArbeitskräfterekrutierte, ohnedas Problem der weiblichenMehrfachbelastung inReproduktion undProduktion zu lösen.

4. Stalinismus

Der revolutionäre Entwurf einer neuen Frau, diegleichberechtigtnebendem Mann an der Werkbank stand und für die dieFamilie keinebindendeEinheit mehr bedeutete, verlor immer stärkerseine Konturen.Stattdessensetzte sich das Bild der Frau als einerseitsfürsorglichenMutter,Hüterin des Hauses und Erzieherin der Kinderdurch, die sichdemmännlichen Oberhaupt der Familie, das zugleichHaupternährerwar,unterordnete und sich selbstlos nur um das Wohl ihrernahenAngehörigenkümmerte. In der Verfassung von 1936 wurde dieformaleGleichheit vonFrauen mit den Männern konstatiert und gefeiert,aberauch die liberaleScheidungs- und Abtreibungspraxisabgeschafft.Besonders am 8. März,dem internationalen Frauentag, wurdein einemfesten Ritual dierechtliche Gleichheit der Frauen mit denMännern alsErrungenschaftgefeiert, die sich in einer hohen Zahl vonwerktätigenFrauenausdrückte. [23] Die Familie erfuhr nach denutopischen Ideen vonihrer Abschaffungwieder eine Aufwertung, was denLebensentwürfen vielenMenschenentsprach. Zunehmend mehr Frauen drangenin die Arbeiterschaftvor, dieGeburtenzahlen sanken jedoch stetig. [24]Die Doppelbelastung,die Frage nach der Vereinbarkeit vonKindererziehungund Berufstätigkeitwurden nicht länger diskutiert,sondern zu einerprivaten Frage. Ebensogalt die biologische Differenzvon Mann und Frauals natürlicheGrundlage für eine männliche Dominanzund weiblicheSubordination. Derneue Weiblichkeitsentwurf der 1930erJahre spiegeltesich in der Ehefrauenbewegung wieder (dviženie Žen obščestvennic),die1936 begann und offiziell 1940 endete. [25] Ehefrauen vonleitendenAngestellten oder Hausfrauen demonstriertenöffentlich dasneueWeiblichkeitsideal, indem sie sich um Ordnung,moralischeIntegrität,Sauberkeit und Schönheit bemühten, ohne jedocherneut dieFrage nach derVereinbarkeit von Beruf und Familie zuthematisieren.

5. Zweiter Weltkrieg und Nachkriegsjahre

Während des Zweiten Weltkriegs, der in derehemaligenSowjetunionGroßer Vaterländischer Krieg genannte wurde,sanken dieGeburtenratenweiter drastisch, Frauen ersetzten zwischen 1941und 1943männlicheArbeitskräfte in der Industrie. In derErinnerungskultur anden Kriegist der männliche Held das verbindlicheParadigma, aber imVergleich zuanderen Staaten gab es einen relativhohen Anteilkämpfender Frauen,über die bislang wenig geforscht wurde.[26] Trotzveränderter Geschlechterverhältnisse während des Krieges blieb

eine traditionelle Geschlechterordnung in derNachkriegszeitrelativstabil, erneut bestätigt durch eine Abwertungweiblicher Arbeitund dieDefinition von Mutterschaft als Hauptaufgabevon Frauen. [27]

Erst in den 1970er Jahren, unter Leonid Brežnev,wardieThematisierung von Frauenfragen und besonders denProblemenweiblicherLebenszusammenhänge wieder im RahmenvonfamiliensoziologischenUntersuchungen möglich. Zeitlich fälltdieWiederentdeckung dieserThemen auch mit einem neuenfeministischenAufbruch im Westen zusammen.International spielteeventuell das 1975ausgerufene Jahr der Fraudafür eine Rolle. DasStereotyp, die Familiesei der zentralegesellschaftliche Ort vonFrauen, wurde dabei nichthinterfragt, ebensofanden Diskriminierung oderSexismus in dersowjetischen Gesellschaftkeine Erwähnung. Noch 1986stellte der damalsanerkannteste SoziologeA.G. Charčev fest: "Die fürdie Geschicke desLandes und desSozialismus allerwichtigste Form derkreativenFrauenarbeit ist dieMutterarbeit." [28] Über die Diskrepanzzwischendem offiziellen sowjetischenGesellschaftsidealen und deralltäglichenPraxis erfuhren Ausländerdurch private Kontakte oder etwain einem Buchvon zwei schwedischenJournalistinnen, das programmatischden Titel trug"UnerlaubteGespräche mit Moskauer Frauen". [29] SelteneliterarischeDokumente wie die Erzählung "Woche um Woche" vonNataljaBaranskaja, diedie Mühsal im Alltag sowjetischer Frauen amBeispiel desLebens in einerWoche schilderte, ließen dunkel erahnen,dass hinter derFassadestaatlicher Fürsorge- undGleichstellungspolitik massiveProblemebesonders für Frauenstanden. [30]

Im Rahmen der Dissidenten- und Oppositionsbewegungbildetesich 1978/79 in Leningrad eine Gruppe von Frauen, die am 10.Dezember1979, dem internationalen Tag der Menschenrechte, im SamizdateinenAlmanach"Frauen in Russland" herausgaben – es kursierten etwa30Exemplare –,worin sie patriarchalische Strukturen undDiskriminierungmassivkritisierten. Die Initiatorin, Tatjana Mamonova,wurde noch amselben Tagzum KGB zitiert und zur Verantwortung fürdieses unerlaubteHandelngezogen. [31] Der informellen Gruppe ging esnicht in erster Linie umfeministische Anliegen, sondern um die Thematisierung von FrauenproblemenwieMangelan Verhütungsmitteln und massive Defizite inderKonsumgüterversorgung.Letzteres führte zu langem SchlangestehenundBenachteiligungen in derArbeitswelt trotz gleicher oderbessererQualifikationen. Durch dieRepression der Leitfiguren undihreteilweise Ausbürgerung wurde dieseGruppe zerschlagen.

6. Gesellschaftlicher Aufbruch seit Perestroika und Glasnost'

Erstmals im Licht von Perestrojka und Glasnost'konntedieKlage von Frauen offiziell geäußert werden, sie würdenwie"Bürgerzweiter Klasse" behandelt. Larissa MichailovaWassiljevnabenannte 1988in einem für die damalige Zeit ungewöhnlichoffenen undkritischenArtikel in der Pravda, also an prominenterStelle,mit diesemAusspruch plakativ den Zustand desweiblichenBevölkerungsteils undbeklagte ihn, obwohl juristischdieGleichberechtigung fixiertsei. [32] Auch in anderen Massenmedienwieder Wochenendbeilage Nedelja der Izvestija wurde zeitgleich auf die Diskriminierung von FrauenimArbeitslebenhingewiesen. Sie verdienten durchschnittlich fasteinDrittel weniger alsMänner und seien nur zu einem geringenProzentteilin der Führungsebenevertreten, obwohl mehr Frauen alsMänner eineHochschulqualifikationbesäßen. Das überhöhteMutterschaftsidealverwies die Rolle der Frau alsArbeitnehmerin aufeinen nachgeordnetenPlatz. [33] Die defizitäreKonsumgüterwirtschaft –ein Mangel an Kindernahrung,Medikamenten,Wohnraum und Nahrungsmitteln– belastete vor allemFrauen, da sie fastausschließlich für dieVersorgung der Familie undReproduktionsaufgabenzuständig waren. Imsozialen Bereich hatten siesich mit einem schlechtenund ungenügendenKrankenversorgungs- undKinderbetreuungssystemauseinander zu setzen,das durch ein engesNetzverwandtschaftlich-freundschaftlicherBeziehungen kompensiertwerdenmusste. Eine Erkrankung des Kindes wurdefür Mütter zu einerKrise.[34]

Der allgemeine gesellschaftliche Aufbruch währenddieserPeriodezwischen 1985 und 1991 setzte neue gesellschaftlicheStrömungenundMeinungsprozesse in Gang, führte zur Formierung neuer gesellschaftlicher Gruppierungen,dieunabhängigund frei ihre Interessen formulieren und vertretenwollten.So ist dieallmähliche Entstehung einereigenständigen,nichtsstaatlichenFrauenbewegung wenig verwunderlich.Offiziell gab esseit 1945 dasKomitee der Sowjetfrauen alsRepräsentativorgan fürweibliche Belange. Eswar aus dem 1941gegründeten SowjetischenFrauen-Antifaschismus-Komiteehervorgegangen.Das Komitee und seineNachfolgeorganisation waren einverlängerter Armder KPdSU. Dieweiblichen Mitglieder galten als reineAlibi-Frauen ohneMacht,Einfluss oder über das Dekorative hinausgehendeFunktionen.Kritik anden Verhältnissen war in dieser Organisation nichtmöglich.EineGeschichte der Organisationsstruktur,ArbeitsformenundFunktionsträgerinnen des Komitees steht alsForschungsdesideratnochaus. [35]

7. Wendepunkte: Geschlecht und Osteuropa als Gegenstand kulturhistorischer Forschungen im Postsozialismus

In den letzten Jahren vollzog sich durch die zunehmende Erweiterung der Sozialgeschichte um Konzepte wie Alltag, Mentalität, Geschlecht, Körper, historische Anthropologie oder PsychohistorieeinWandelzur historischen Kulturwissenschaft, die nicht längerzwingenddie Ideeeiner Meta-Narration, einer großen Erzählungverfolgt,sondernTeil-Geschichten rekonstruiert. Wirklichkeit soll umdieDimension von Sinn und Bedeutung erweitert werden, die jedem menschlichen Handeln unterliegt. Erfahrungen, Wahrnehmungen, Handlungsweisen und -motive werden exemplarisch untersucht. [36] Gefragt wird, wie authentisch oder konstruiert Erfahrungen sind, welche Wirkungsmacht Diskursebesitzen.Oder resultieren Diskurse aus einer Vielzahl von Erfahrungen?[37]Welche analytischen Instrumentarien benötigen wir beim Umgang mit Selbstzeugnissen,diebesondersfür die Frauen- und Geschlechtergeschichte Einblicke inDenk-undHandlungsweisen, Habitus, Erinnerungsprozesse undIdentitätsfragengeben?

In den vergangenen 15 Jahren fand einezunehmendeAuseinandersetzungmit diesem sozialwissenschaftlichen Ansatzauch ineinigen LändernOsteuropas statt, wenngleich die HinterfragungeinersozialenGeschlechterdifferenz oft auf Unverständnis stößt, dadieTrennung vonder biologischen Ungleichheit nicht als einekulturellePraxis, sondernnach wie vor als "natürliche" Gegebenheitverstandenwird. Deshalbsehen russische Kollegen es als ausreichend an,Frauen –wenn sieüberhaupt Gegenstand historischer Forschung sind –imtraditionellenKontext von Familie, Ehe und Kindern darzustellen. [38]

Übereinstimmung herrscht bei russischen Kollegen und Kolleginnen darüber, dass durch den Zusammenbruch der SowjetunionimDezember1991 eine tiefgreifende historische Zäsur stattfand, dienichtnur densogenannten Postsozialismus einläutete, sondern aucheineerstmaligefreie, unzensierte Auseinandersetzung mit westlichen Konzepten und Theoriensowieeineöffentliche Kritik an sozialistischen, sowjetischenAnsätzenermöglichte.Ol’ga Voronina äußerte sich 1993 in einemSammelband überden Feminismusin West – Ost und Russland kritisch überdas Verhältnisvon Frauen undSozialismus und verstand ihren Beitrag alsBruch mitjahrelangen Tabus.[39] Entgegen offiziellen Parolen über diegelungene Emanzipation vonFrauensei eine Diskriminierung besonders inden Bereichen Bildung-undBerufswahl eine übliche, alltägliche Praxisgewesen.HorizontaleKarrieren waren für Frauen möglich, vertikalejedoch nursehrschwer. [40] Als Begründung diente ein biologischerDeterminismus,der die Aufgabenvon Frauen stärker im häuslichen undfamiliären Bereichsah, weniger inder "Welt", verstanden als Reich desMannes. [41]Voronina kritisierte ein Fortbestehen der weiblichenDiskriminierungimPostsozialismus, in der Frauen zu Sexobjekten gemachtwurden odereineVerherrlichung der Hauswirtschaft stattfand, um FrauenbeimÜbergangzur Marktwirtschaft den Rückzug aus derBerufstätigkeitschmackhaft zumachen. Bereits in den historischenWurzeln dersowjetischenFrauenpolitik, denfrühsozialistischen-marxistischenTheorien vonCharles Fourier, KarlMarx, August Bebels, Friedrich EngelsoderAleksandra Kollontajs, setzteihre Kritik an patriarchalem Denkenan.Die meisten Gesellschaftsentwürfeseien männliche Entwürfe gewesen,inden Frauen von Beginn an keinengleichberechtigten Platzeinnahmen.[42] So seien auch nach derRevolution 1917 patriarchaleGeschlechterverhältnisse aufs Neuebestätigt worden.

Auch in Polen begann die Auseinandersetzung mitdentatsächlichenGeschlechterarrangements im Dissidentenmilieu.Namentlichbildete sich1980 eine Frauengruppe in derGewerkschaftsbewegung Solidarność.Diesegeriet jedoch inKonflikt mit der dort überwiegendkonservativenGrundhaltung gegenüberder Familie, die durch diekatholische Kircheund den hohen symbolischenStellenwert des polnischenKatholizismus alsGegenwelt zu denFunktionsmechanismen desvolkssozialistischen AlltagsUnterstützungerhielt. DieseGrundkonstellation prägte dieTransformationsphase.Insbesondere dieAbtreibungsgesetzte hatten inden 1990er Jahren einesehr hohesymbolische Bedeutung. Wie in ganzOsteuropa prägten so dieBedingungendes Systemwechsels und derCharakter der Traditionen,an dienach der Phase des Staatssozialismusangeknüpft wurde, auchdieAuseinandersetzung mit derGeschlechterpolitik und -geschichte.GroßeBedeutung alsOrientierungspunkte haben in diesem Zusammenhang auchdasvermeintlicheVorbild westlicher Frauen- und Geschlechterforschung sowie die aktuellen Diskussionen um Gendermainstreaming als Leitmotiv europäischer Politik.

8. Bibliographie

Methodik, Forschungsüberblicke

Adam & Eva. Al'manach gendernoj istorii. Moskva 2001 Nr. 1.

Bock, Gisela: Geschichte, Frauengeschichte, Geschlechtergeschichte. In: Geschichte und Gesellschaft, Band 14 (1988), 364-391.

Bourdieu, Pierre: Die männliche Herrschaft. In: Dölling,Irene,Krais,Beate (Hg.): Ein alltägliches Spiel.Geschlechterkonstruktion indersozialen Praxis. Frankfurt/M. 1997,153-217.

Brandt, Galina A.: Women's Nature as a Problem.(ConceptionsofFeminism). In: Russian Social Science Review 40 (1999)Nr. 6, 73-94.

Braun, Christina von, Stephan, Inge (Hg.): Gender Studien. Eine Einführung. Stuttgart, Weimar 2000.

Budde, Gunilla-Frederike: Das Geschlecht der Geschichte.In:Mergel,Thomas, Welskopp, Thomas (Hg.): Geschichte zwischenKulturundGesellschaft. Beiträge zur Theoriedebatte. München 1997,125-150.

Bußmann, Hadumod, Hof, Renate (Hg.): Genus. Zur Geschlechterdifferenz in den Kulturwissenschaften. Stuttgart 1995.

Butler, Judith P.: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt/M. 2000.

Canning, Kathleen: Feminist History after theLinguisticTurn:Historicizing Discourse and Experience. In: Signs 19(1994),368-404

Cheauré, Elisabeth, Heyder, Carolin (Hg.): Pol, gender, kul'tura. Nemeckie i russkie issledovanija. 2 Bde., Moskva 1999, 2000.

Daniel, Ute: Erfahrung - (k)ein Thema der Geschichtstheorie? In: L'Homme, Band 11 (2000), Heft 1, 120-123.

Davis, Natalie Zemon: Frauen und Gesellschaft am BeginnderNeuzeit.Studien über Familie, Religion und die WandlungsfähigkeitdessozialenKörpers. Berlin 1986.

Differenzen in der Geschlechterdifferenz. DifferenceswithinGenderStudies. Aktuelle Perspektiven der Geschlechterforschung.Berlin1999.

Erfahrung: Alles nur Diskurs? Zur Verwendung des Erfahrungsbegriffs in der Geschlechtergeschichte. Zürich 2003.

Fausto-Sterling, Anne: Sexing the Body. Gender Politics and the Construction of Sexuality. New York 2000.

Fieseler, Beate: "Ein Huhn ist kein Vogel - ein Weib istkeinMensch".Russische Frauen (1860-1930) im SpiegelhistorischerForschung. In:Fieseler, Beate, Schulze, Birgit(Hg.):Frauengeschichte: Gesucht -Gefunden?. Auskünfte zum Standderhistorischen Frauenforschung. Köln(usw.) 1991, 214-235.

Dies.: 100 Jahre Osteuropäische Geschichte. Versuch einererstenBestandsaufnahme aus Frauensicht. In: Feministische Perspektiven.EineDokumentation zum Thema Osteuropa. Hg. v. Netzwerkhistorischarbeitender Frauen der Frauen-Anstiftung e.V. Wiesbaden 1993,8-11.

Grabmüller, Uta, Katz, Monika (Hg.): AktuelleVeröffentlichungenzuFrauen und Frauenforschung in Russland bzw.derSowjetunion:Bibliographische Hinweise für die Jahre 1987-1993.Berlin1995.

Hausen, Karin: Die Nicht-Einheit der GeschichtealshistoriographischeHerausforderung. Zur historischen RelevanzundAnstößigkeit derGeschlechtergeschichte. In: Medick, Trepp(Hg.):Geschlechtergeschichte.17-55.

Dies., Wunder, Heide (Hg.): Frauengeschichte – Geschlechtergeschichte. Frankfurt a.M. 1992.

Hof, Renate: Die Entwicklung der Gender Studies. In:Bußmann,Hadumod,Hof, Renate (Hg.): Genus. Zur GeschlechterdifferenzindenKulturwissenschaften. Stuttgart 1995, 3-33.

Katz, Monika: Neuere Arbeiten zur russischen Frauenforschung. In: Zeitschrift für Slawistik, Band 39 (1994), Heft 2, 280-296.

Kraft, Claudia: Wo steht die Frauen- und GeschlechtergeschichteinderOsteuropaforschung? In: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas,Band50(2002) Heft 1, 102-107.

Kuhn, Annette: "Grabe tief" – ein feministischer Blickaufdiefrauengeschichtliche Forschung. In: Cottmann,Angelika,Kortendiek,Beate, Schildmann, Ulrike (Hg.): DasundisziplinierteGeschlecht.Frauen- und Geschlechterforschung – Einblickund Ausblick.Opladen2000, 205-220.

Kühne, Thomas (Hg.): Männergeschichte – Geschlechtergeschichte. Frankfurt/M. 1996.

Lundt, Bea: Frauen- und Geschlechtergeschichte.In:Goertz,Hans-Jürgen (Hg.): Geschichte. Ein Grundkurs. ReinbeckbeiHamburg1998, 579-597.

Männerforschung/Männlichkeitsforschung. ThemenheftDiePhilosophin.Forum für feministische Theorie und Philosophie, Band22(2000).

Medick, Hans, Trepp, Anne-Charlott (Hg.):GeschlechtergeschichteundAllgemeine Geschichte. Herausforderungen undPerspektiven.Göttingen1998.

Melman, Billie: Gender, History and Memory: The InventionofWomen'sPast in the Nineteenth and Early Twentieh Centuries. In:History&Memory, Band 5 (1993) Heft 1, 5-41.

Mergel, Thomas: Kulturgeschichte – die neue"großeErzählung"?Wissenssoziologische Bemerkungen zurKonzeptualisierungsozialerWirklichkeit in der Geschichtswissenschaft.In: Hardtwig,Wolfgang,Wehler, Hans-Ulrich (Hg.): KulturgeschichteHeute. Göttingen1996,41-77.

Mičkovic, Nataša: Gender Studies in Serbien. Ein Widerspruch? In: Rosa, Band 21 (2000), 26-29.

Peltz, Gudrun: "Hat Kopf, Hand, Fuß und Herz".UntersuchungenzurStellung der Frau in der sowjetischen Gesellschaft.In:Fieseler,Beate, Schulze, Birgit (Hg.): Frauengeschichtegesucht-gefunden? Köln(usw.) 1991, 236-256.

Pomata, Gianna: Die Geschichte der Frauen zwischenAnthropologieundBiologie. In: Feministische Studien, Band 2 (1983) Heft2, 113-127.

Rosenhaft, Eve: Zwei Geschlechter – eineGeschichte?Frauengeschichte,Männergeschichte, Geschlechtergeschichteund ihreFolgen für unsereGeschichtswahrnehmung. In: Eifert,Christiane(Hg.):Was sind Frauen? Wassind Männer? Frankfurt/M. 1996,257-274.

Sarasin, Philipp: Mapping the Body.KörpergeschichtezwischenKonstruktivismus, Politik und 'Erfahrung'.In:HistorischeAnthropologie, Band 1 (1999) Heft 3, 437-451.

Scheide, Carmen: Gender Studies in derOsteuropaforschung.In:Rundbrief Verein Feministische WissenschaftSchweiz (2002) Heft3,19-21.

Schmale, Wolfgang: Einleitung: GenderStudies,Männergeschichte,Körpergeschichte. In: Ders. (Hg.): MannBilder.EinLese- undQuellenbuch zur historischen Männerforschung. Berlin1998,7-33.

Schmidt, Christoph: Zur Kritik historischer Relevanz. AmBeispielderGeschichte Osteuropas. In: Jahrbücher für GeschichteOsteuropas,Band 48(2000), 552-568.

Scott, Joan W.: Gender, A Useful Category of Historical Analysis. In: American Historical Review, Band 91 (1986), 1053-1075.

Dies.: Millenial Fantasies. The Future of "Gender" inthe21stCentury. Die Zukunft von Gender. Fantasien zurJahrhundertwende.In:Honegger, Claudia, Arni, Caroline (Hg.): Gender –die TückeneinerKategorie, Zürich 2001, 19-64.

Dies.: Geschichte und Politik. In: Honegger, Claudia,Arni,Caroline(Hg.): Gender – die Tücken einer Kategorie. BeiträgezumSymposiumanlässlich der Verleihung des Hans-Sigrist-Preises 1999derUniversitätBern an Joan W. Scott. Zürich 2001, 19-64.

Dies.: The Evidence of Experience. In: Critical Inquiry, Band 17 (1991), 773-797.

Siennicka, Mariola: Historische Frauen- undGeschlechterforschungander Universität Warschau. In: FeministischeStudien, Band 19(1999),98-103.

Stadelmann, Matthias: Das revolutionäre Russland inderNeuenKulturgeschichte. Diskursive Formationen undsozialeIdentitäten.Erlangen, Jena 1997.

Stefan, Nancy Leys: Race, Gender, Science and Citizenship. In: Gender & History, Band 10 (1998) Heft 1, 26-52.

Stegmann, Natali: Die osteuropäische Frau imKorsettwestlicherDenkmuster. Zum Verhältnis von OsteuropäischerGeschichteundGeschlechtergeschichte. In: Osteuropa, Band 52 (2002),932-944.

Dies.: Von "Müttern der Nation" und anderen Frauen. ZumStandderhistorischen Frauenforschung in Polen, in: JahrbücherfürGeschichteOsteuropas, Band 46 (1998) Heft 2, 269-275.

Wolff, Larry: Inventing Eastern Eastern Europe: The Map of Civilisation on the Mind of Enlightenment. Stanford 1994.

Länderübergreifende und vergleichende Darstellungen und Sammelbände

Bebel, August: Die Frau und der Sozialismus. Berlin1974(Erstausgabe1879, wichtige Umarbeitung unter BerücksichtigungvonFriedrich EngelsSchrift 1890).

Bornemann, Ernest (Hg.): Arbeiterbewegung und Feminismus. Berichte aus 14 Ländern. Frankfurt/M. (usw.) 1982.

Eifler, Christine: Bewaffnet und geschminkt: Zursozialenundkulturellen Konstruktion des weiblichen Soldaten in Russlandund indenUSA. In: L'Homme, Z.F.G. 12 (2001) Nr. 1, 73-97.

Engels, Friedrich: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats. 4Stuttgart 1892.

Jolluck, Kathrine R.: Exile & Identity. Polish Women in the Soviet Union During World War II. Pittsburgh 2002.

Kemlein, Sophia (Hg.): Geschlecht und Nationalismus in Mittel- und Osteuropa 1848-1918. Osnabrück 2000.

Lemke, Christiane, Penrose, Virginia, Ruppert, Uta(Hg.):Frauenbewegung und Frauenpolitik in Osteuropa. Frankfurt/M.(usw.) 1996.

Marx, Karl, Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie. In: Karl Marx, Friedrich Engels. Werke. Bd. 3, Berlin 1969.

Paletschek, Sylvia, Pietrow-Ennker, Bianka (Hg.):Women'sEmancipationMovements in the Nineteenth Century: AEuropeanPerspective. Erscheint2004 in Stanford.

Rüthers, Monica: Tewjes Töchter. Lebensentwürfe ostjüdischer Frauen im 19. Jahrhundert. Köln (usw.) 1996.

Scheide, Carmen, Stegmann, Natali (Hg.):Normsetzungund-überschreitung. Geschlecht in der Geschichte Osteuropasim 19. und20.Jahrhundert. Bochum 1999.

Zimmermann, Susan: Wie sie Feministinnen wurden. WegeindieFrauenbewegung im Zentraleuropa der Jahrhundertwende. In:L'Homme,Band8 (1997) Heft 2, 272-306.

Dies.: 'Making a living from disgrace': the politicsofprostitution,female poverty and urban gender codes in BudapestandVienna, 1860-1920.In: Hg. v. Gee, Malcolm, Kirk, Tim, Stewart,Jill(Hg.): The City inCentral Europe. Culture and Society from 1800 tothePresent. Hants,Vermont 1999, 175-195.

Zwischen Anpassung und Widerspruch. Beiträge zurFrauenforschungamOsteuropa-Institut der Freien Universität Berlin.Wiesbaden 1993.

Russland / SU

Baranskaja, Natalja: Montag. In: Andrea Wörle (Hg.): Frauen in der Sowjetunion. Erzählungen und Gedichte. München 1987, 104-119.

Bol'ševiki. Frauen der Revolution. Portraits hervorragender Bolschewikinnen. Berlin 1960.

Boškovska, Nada: Die russische Frau im 17. Jahrhundert. Köln (usw.) 1998.

Buckley, Mary: Women and Ideology in the Soviet Union. New York 1989.

Dies.: The Untold Story of the Obshchestvennitsa in1930s.In:.Melanie Ilič (Hg.): Women in the Stalin Era. Basingstoke2001,151-172.

Dies.: Adaptation of the Soviet Women's Committee:Deputies'voicesfrom 'Women of Russia. In: Mary Buckley (Hg.):Post-Soviet Women.Fromthe Baltic to Central Asia. Cambridge 1997,157-185.

Chatterjee, Choi: Celebrating Women: Gender, Festival Culture, and Bolshevik Ideology, 1910-1939. Pittsburgh 2002.

Claus, Claire: Die Stellung der russischen Frau von derEinführungdesChristentums bei den Russen bis zu den Reformen PetersdesGrossen.München 1959.

Clements Barbara Evans (Hg.): Russian masculinities in history and culture. Basingstoke 2002.

Dies.: Bolshevik Women. Cambridge 1997.

Conze, Susanne: Arbeiterkörper im Stalinismus. VonHelden,Simulantenund Produktionsdeserteuren. In:BielefelderGraduiertenkollegSozialgeschichte (Hg.): Körper MachtGeschichte.Geschichte MachtKörper. Körpergeschichte alsSozialgeschichte.Bielefeld 1999, 141-165.

Dies.: Sowjetische Industriearbeiterinnen in den vierzigerJahren.DieAuswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf die ErwerbstätigkeitvonFrauenin der UdSSR, 1941-1950. Stuttgart 2001.

Dies.: Weder Emanzipation noch Tradition.StalinistischeFrauenpolitikin den vierziger Jahren. In: Plaggenborg,Stefan (Hg.):Stalinismus.Berlin 1998, 293-320.

Dieckmann, Kai Thomas: Die Frau in der Sowjetunion. Frankfurt/M. (usw.) 1978.

Edmondson, Linda: Gender in Russian History and Culture. Basingstoke 2001.

Emanzipation von Frauen als Thema derRusslandforschung.In:Geschichte als Argument. 41. deutscherHistorikertag in München1996.München 1997, 224-234.

Farnsworth, Beatrice Brodsky, Aleksandra Kollontai: Socialism,Feminism, and the Bolshevik Revolution. Stanford, California 1980.

Fieseler, Beate: Frauen auf dem Weg in die russische Sozialdemokratie, 1890-1917. Eine kollektive Biographie. Stuttgart 1995.

Dies.: The Making of Russian Female Social Democrats,1890-1917.In:International Review of Social History, Band 34 (1989),Nr. 2,193-226.

Dies.: Der Krieg der Frauen. Die ungeschrieben Geschichte.In:Mascha,Nina, Katjuscha (Hg.): Frauen in der Roten Armee1941-1945.Berlin 2002,11-20.

Frankenberger, Tamara: Wir waren wieVieh.LebensgeschichtlicheErinnerungen ehemaligersowjetischerZwangsarbeiterinnen. Münster 1997.

Frauen bauen den Sozialismus. In: Z – Zeitschrift für Kultur- und Geisteswissenschaften, Band 10 (1995/96) 25-37.

Geierhos, Wolfgang: Vera Zasulič und die russische revolutionäre Bewegung. München 1977.

Godel, Brigitta: 80 Jahre sowjetisch-russischerFrauenpolitikundFrauenpartizipation: Die behinderte Entwicklung zurAutonomie.In:Richter, Martina (Hg.): Zivilgesellschaft undGender-PolitikinRussland. Frankfurt 2001.

Dies.: Auf dem Weg zur Zivilgesellschaft. Frauenbewegung und Wertewandel in Russland. Frankfurt/M. 2002.

Goehrke, Carsten: "Mein Herr und Herzensfreund!"DiehochgestellteMoskowiterin nach privaten Korrespondenzen des späten17.Jahrhunderts.In: Ders. (Hg.): "Primi sobran'e petrychglav".Slavistische undslavenkundliche Beiträge für Peter Brang zum65.Geburtstag. Bern 1989,655-670.

Ders.: Die Witwe im alten Russland. In: Forschungen zur osteuropäischen Geschichte, Band 38 (1986), 64-96.

Göpfert: Frank, Dichterinnen und Schriftstellerinnen inRusslandvonder Mitte des 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.München 1992.

Ders.: Russland aus der Feder seiner Frauen. München 1992.

Ders:, Katharina-Lesebuch. Wilhelmshorst 1996.

Goldman, Wendy Zeva: Industrial Politics, Peasant RebellionandtheDeath of the Proletarians Women's Movement in the USSR.In:SlavicReview 55 (1996) Nr. 1, S. 46-77.

Dies.: Women, the State and Revolution: Soviet Family Policy and Social Life, 1917-1936. Cambridge 1993.

Dies.: Women at the Gates. Gender and Industry in Stalin's Russia. Cambridge 2002.

Hansson, Carola, Liden, Karin: Unerlaubte Gespräche mit Moskauer Frauen. Frankfurt/M. 1987.

Healey, Dan, Evgeniia/Evgenii: Queer Case Histories in theFirstYearsof Soviet Power. In: Gender and History, Band 9 (1997) 1,83-106.

Ders.: Homosexual desire in revolutionary Russia: the regulation of sexual and gender dissent. Chicago 2001.

Heuer, Brigitte: "Nationaler Aufbruch" in Uzbekistan – Perspektiven für Frauen. In: Osteuropa, Band 47 (1997) Heft 2, 173-190.

Hillyar, Anna: Revolutionary Women in Russia, 1870-1917. A Study in Collective Biography. Manchester 2000.

Hinterhuber, Eva-Maria: Die Soldatenmütter SanktPetersburg.ZwischenNeotraditionalismus und neuer Widerständigkeit.Hamburg 1999.

Hoetzsch, Otto: Katharina die Zweite von Russland: eine deutscheFürstin auf dem Zarenthrone des 18. Jahrhunderts. Leipzig ²1940.

Ilič, Melanie: Women in the Stalin Era. Baskingstoke 2001.

Jena, Detlev: Die Zarinnen Rußlands (1547-1918). Regensburg 1999.

Kappeler, Andreas: Zur CharakteristikrussischerTerroristen(1878-1887). In: Jahrbücher für GeschichteOsteuropas, Band27 (1979),Heft 4, 520-547.

Köbberling, Anna: Aktuelle Strömungen der russischen Frauenbewegung. In: Osteuropa, Band 44 (1994), Heft 6, 566-577.

Dies.: Das Klischee der Sowjetfrau. StereotypundSelbstverständnisMoskauer Frauen zwischen Stalinära undPerestroika.Frankfurt/M. (usw.)1997.

Dies.: Zwischen Liquidation und Wiedergeburt. Frauenbewegung in Rußland von 1917 bis heute. Frankfurt/M. (usw.) 1993.

Lapidus, Gail W.: Zur Rolle der Frau in der sowjetischen politischen Elite. In: Osteuropa, Band 7 (1976), 513-527.

Liljeström, Marianne, Mäntysaari, Eila, Rosenholm, Arja(Hg.):GenderRestructuring in Russian Studies. Conference Papers.Helsinki,August1992. Tampere 1993.

Lissjutkina, Larissa L.: Mütter-Monster? AuseinandersetzungmitderVergangenheit in Texten jüngerer russischerAutorinnen.In:Feministische Studien (1999) Heft 1, 35-48.

Löwe, Heinz-Dietrich: Die arbeitende Frau. TraditionelleRäumeundneue Rollen, Russland 1860-1917. In: Martin, Jochen,Zoepffel,Renate(Hg.): Aufgaben, Rollen und Räume von Frau und Mann.Freiburg1989,937-972.

Luke, Louise E.: Die marxistische Frau. SowjetischeVarianten.In:Ernest J. Simmons (Hg.): Der Mensch im SpiegelderSowjetliteratur.Stuttgart 1956.

Maier, Robert: "In unseren Reihen schlichen sichalsscheinbareAktivistinnen die Frauen der Feinde ein, so die desLemberg..." DerZusammenbruch der Ehefrauen-Bewegung in der Sowjetunion.In:Finismundi. Stuttgart 1998, 131-146.

Ders.: Die Hausfrau als kul'turtreger im Sozialismus.ZurGeschichteder Ehefrauen-Bewegung in den 30er Jahren. In:Gorzka,Gabriele (Hg.):Kultur im Stalinismus. Bremen 1994.

Mänicke-Gyöngyösi, Krisztina: SozialeRationalisierungundGeschlechterverhältnisse in der Sowjetunion derzwanziger unddreißigerJahre. In: Reese, Dagmar, Rosenhaft, Eve, Sachse,Carola,Siegel, Tilla(Hg.): Rationale Beziehungen?GeschlechterverhältnisseimRationalisierungsprozess. Frankfurt/M. 1993,319-340.

McDermid Jane, Hillyar Anna: Midwives of the Revolution. Female Bolsheviks and Women Workers in 1917, London 1999.

Merfeld, Mechthild: Die Emanzipation der Frau in der sozialistischen Theorie und Praxis. Reinbeck bei Hamburg 1972.

Neumann, Daniela: Studentinnen aus dem Russischen Reich in der Schweiz (1867-1914). Zürich 1987.

Noonan, Norma Corigliano, Nechemias, Carol (Hg.): Encyclopedia of Russian Women's Movements. Westport (usw.) 2001.

Pietrow-Ennker, Bianka: Die frühen Kämpferinnen. In: LustundLast.Sowjetische Frauen von Alexandra Kollontai bis heute. Berlin1990,6-11.

Dies.: Russlands "neue Menschen"" Die EntwicklungderFrauenbewegungvon den Anfängen bis zur Oktoberrevolution.Frankfurt/M.(usw.) 1999.

Plogstedt, Sibylle: Frauen in der russischen Revolution.In:Frauenund Wissenschaft. Beiträge zur Berliner SommeruniversitätfürFrauen,Juli 1976. Berlin 1977, 298-323.

Puškareva, Natal'ja L'vovna: Russkaja ženščina: istorija i sovremennost'. Moskva 2002.

Dies.: Women in Russian History from the Tenth to the Twentieth century. Armong, New York 1997.

Raether, Gabriele: Alexandra Kollontai zur Einführung. Hamburg 1986.

Rjabov, Oleg Vjačeslavovič;: Matuška-Rus'. Opytgendernogoanalizapoiskov nacional'noj identičnosti Rossii votečestvennoj izapadnojistoriografii. Moskva 2001.

Rosenbaum, Monika: Frauenarbeit und Frauenalltag in der Sowjetunion. Münster 1991.

Rustemeyer, Angela: Dienstboten in Petersburg und Moskau 1861-1917. Stuttgart 1996.

Ruthchild, Rochelle Goldberg: Women in Russia and the Soviet Union. An Annotated Bibliography. New York (usw.) 1994.

Sartorti, Rosalinde: "Weben ist das Glück fürs ganzeLand".ZurInszenierung eines Frauenideals. In: Plaggenborg,Stefan(Hg.):Stalinismus. Berlin 1998, 267-291.

Schattenberg, Susanne: Stalins Ingenieure. Lebenswelten zwischen Technik und Terror in den 1930er Jahren. München 2002.

Dies.: Die Frage nach den Tätern. ZurNeukonzeptionalisierungderSowjetunionforschung am Beispiel vonIngenieuren der 20er und30erJahre. In: Osteuropa (2000) Nr. 6, 638-655.

Scheide, Carmen: Frauen bauen den Sozialismus. In: Z -Zeitschriftfür Kultur- und Geisteswissenschaften, Band 10 (1995/96) 25-37.

Dies.: Neue Forschungen zur Geschichte von Frauen in RusslandundderSowjetunion. In: Neue Politische Literatur, Band 45(2000) 257-271.

Dies.: Kinder, Küche, Kommunismus. DasWechselverhältniszwischensowjetischer Frauenpolitik und Alltagslebenvon 1921 bis 1930amBeispiel Moskauer Arbeiterinnen. Zürich 2002.

Dies.: Delegiertenversammlungen als "Schule desKommunismus'.In:Normsetzung und –überschreitung. Geschlecht inderGeschichteOsteuropas im 19. und 20. Jahrhundert. Hg. v. NataliStegmann- CarmenScheide. Bochum 1999, 105-117.

Schiemann, Theodor: Russische Köpfe. (Reihe: Männer und Völker) Berlin 1916.

Schmitt, Britta: Zivilgesellschaft, Frauenpolitik und Frauenbewegung in Rußland. Königstein/Ts. 1997.

Dies.: Zivilgesellschaft, Frauenpolitik und Frauenbewegung in Rußland. Königstein/Ts. 1997.

Schramm, Gottfried: Lehren und Lernen 1855-1917. In:Ders.(Hg.):Handbuch der Geschichte Russlands. Band 3. Stuttgart1983-92,1596-1607.

Siebert, Diana: Bäuerliche Alltagsstrategien in der Belorussischen SSR (1921-1941). Stuttgart 1998.

Soden, Kristina von (Hg.): Lust und Last. Sowjetische Frauen von Alexandra Kollontaj bis heute. Berlin 1990.

Stark, Meinhard: "Wenn Du willst Deine Ruhe haben, schweige". Deutsche Frauenbiographien des Stalinismus. Essen 1991.

Ders.: "Ich muß sagen, wie es war". Deutsche Frauen des GULag. Berlin 1999.

Ders.: Deutsche Exilantinnen der Häftlingsgesellschaft des GULag. 1998.

Stites, Richard: The Women's Liberation Movement in Russia. Feminism, Nihilism and Bolshivism, Princeton 21991.

Studer, Brigitte: Ein Bauernmädchen wird Brigadechefin. Ein stalinistischer Lebensentwurf. In: Traverse (1995) Heft 3, 63-70.

Umbruch in Europa, Aufbruch der Frauen? Themenheft der Feministischen Studien, Band 10 (1992), Heft 2.

Ünlüdag, Tania: "Die Tragödie einer KämpferinfürdieArbeiterbewegung"? - Clara Zetkin 1928-1931.EineausgewählteDokumentation. In: InternationalewissenschaftlicheKorrespondenz zurGeschichte der deutschenArbeiterbewegung (1997) Nr.3, 313-360.

Vesper, Elke: Fremde Schwestern. Meine Reise zu den Frauen in der Sowjetunion. Dortmund 1984.

Voronina, Ol’ga: Die Frau in der sowjetischenGesellschaft.In:Segbers, Klaus (Hg.): Perestrojka: Zwischenbilanz.Frankfurt/M.1990,154-182.

Dies.: Žena i socializm: opyt feministskogo analiza. In: Feminizm: Vostok. Zapad. Rossija. Moskva 1993, 205-225.

Weickhard, George G.: Legal Rigths of Women in Russia, 1100-1750. In: Slavic Revue, Band 55 (1996), H. 1, 1-23.

Wolffheim, Elisbeth: Die Frau in der sowjetischen Literatur, 1917-1977. Stuttgart 1979.

Wolters, Margarete-Annalise: Elemente des russischenRätesystems.BandIX: Die Beziehungen zwischen den Geschlechtern.DieVergewaltigung. Teil1: Die Diskussion. Hamburg 1981.

Wood, Elizabeth A.: The Baba and the Comrade. Gender and Politics in Revolutinary Russia. Bloomington 1997.

Zdravomyslova, Elena: Die Konstruktion der 'arbeitendenMutter'unddie Krise der Männlichkeit. Zur Unterscheidung vonÖffentlichkeitundPrivatheit im Kontext derGeschlechterkonstruktionenimspätsowjetischen Russland. In:Feministische Studien, Band 17(1999)Nr. 1, 23-34.

Polen

Acta Poloniae Historica, Band 74 (1996): Gender Studies.

Bogucka, Maria: Białogłowa w dawnej Posce. Kobieta w społeczeństwie polskim XVI-XVIII wieku na tle porównawczym, Warszawa 1998.

Górnicka-Borratyńska, Aneta: Chcemy całego życia. Antologia polskich testów feministycznych z lat 1870-1939, Warszawa 1999.

Jaworski, Rudolf: Polnische Frauen im NationalitätenstreitderProvinzPosen um die Jahrhundertwende. In: Studiahistoricaslawo-germanica, Band17 (1994) 87-100.

Karpiński, Andzej: Kobieta w mieście polskim w drugiej połowie XVII wieku, Warszawa 1995.

Koschmal, Walter (Hg.): Die Frau in der polnischen Gegenwartskultur. Köln (usw.) 1996.

Orzeszkowa, Eliza: Ueber die Gleichberechtigung derFrauangesichtsdes Wissens, der Arbeit und der menschlichen Würde.OffenesSchreibenvon Eliza Orzeszko an Deutschlands Frauen(Sonderabdruck derDeutschenHausfrauen=Zeitung), Berlin 1992.

Pietrow-Ennker, Bianka, Jaworski, Rudolf (Hg.): Women in Polish Society. New York 1992.

Stegmann, Natali: "Je mehr Bildung, destopolnischer".DieNationalisierung polnischer Frauen in der ProvinzPosen(1870-1914).In: Frauen und Nation. Hg. v. "Frauen&GeschichteBaden-Württemberg". Tübingen 1996, 165-177.

Dies.: Die Töchter der geschlagenen Helden. "Frauenfrage", Feminismus und Frauenbewegung in Polen 1863-1919. Wiesbaden 2000.

Walczewska, Sławomira: Damy, rycerzy, feministki. Kobietcy dyskrus emancypayjny w Polsce. Kraków 1999.

Żarnowska, Anna, Szwarc, Andrzej (Hg.): Kobieta i edukacja na ziemiach polskich w XIX i XX w., Teil 1-2. Warszawa 1992.

Dies., ders. (Hg.): Kobieta i kultura. Kobiety wsródtwórówkulturyintelektualnej i artystycznej w dobie rozbiorów iwniepodlełympaństwie polskim. Warszawa 1996.

Dies., ders. (Hg.): Kobieta i kultury życia codziennego. Warszawa 1998.

Dies., ders. (Hg.): Kobieta i praca, wiek XIX i XX. Warszawa 2000.

Dies., ders. (Hg.): Kobieta i społeczeństwo. Warszawa 21994.

Dies., ders. (Hg.): Kobieta i swiat polityki, Teil 1: Poskanatleporównawczym w XIX i na początkach XX wieku. Warszawa 1994, Teil2:Wniepodległej Polsce, 1918-1939. Warszawa 1996.

Dies., ders. (Hg.): Równe prawa a nierówne szanse. Kobiety w Polsce międzywojennej, Warszawa 2000.

Andere Länder

Bohachevsky-Chomiak, Martha: Feminists Despite Themselves. Women in Ukrainian Community Life, 1884-1939. Edmonton 1988.

Gabanyi, Anneli Ute, Majer, Hans Georg (Hg.): Frauen in Südosteuropa. München 1998.

Hoppe, Hans-Joachim: Die Rolle der albanischen Frauen im Transformationsprozeß. In: Südosteuropa 43(1994) 11/12, 651-665.

Jogan, Maca: Geschlechterfragen in Forschung und Lehre: der Fall Slowenien. In: Feministische Studien (1998) Nr. 2, 118-125.

Jovanovic, Miroslav, Naumovic, Slobodan (Hg.): GenderRelationsinSouth Eastern Europe. Historical Perspectives on WomanhoodandManhoodin 19th and 20th Century. Belgrad 2001.

Malečkova, Jitka: Nationalizing Women and Engenderging theNation.TheCzech National Movement. In: Blom, Ida, Hagemann, Karen,Hall,Catheribne(Hg.): Gendered Nations. Nationalisms and Gender Orderinthe longNineteenth Century, Oxford (usw.) 2000, 293-310.

Dies.: Úrodná půda. Žena ve službach národa, Praha 2002.

Mičkovic, Nataša: "Dragi moj Mileta. Geschlechterverhältnisse in derserbischen Jahrhundertwende im Spiegel derFamilienkorrespondenzvonJelena Novakovic. In: Normsetzung und-Überschreitung. Scheide,Carmen,Stegmann, Natali (Hg.). Bochum 1999,137-149.

Dies.: "Mit dem Patriotismus der serbischen Dame hat die Weltnochzurechnen!" Der serbische Frauenverein zwischenPatriotismusundbürgerlicher Wohltätigkeit (1875-1914). In: Godisnjakzadrustvenuistoriju II/1 (1995), 64-74.

Nève, Dorothée de: Politische Partizipation von Frauen in Rumänien nach 1989. In: Osteuropa 47(1997) Nr. 2, 160-172.

Perovic, Latinka (Hg.): Srbija u modernizacijskim procesima 19.i20.veka 2. Polozaj zene kao merilo modernizacije. Naucni skup.Belgrad1998.

Pető, Andrea: Hungarian Women in Politics. In: Scott, JoanW.,Kaplan,Cora, Keats, Debra (Hg.): Transitions, Environments, Translations. Themeaning of Feminism in Contemporary Politics, New York 1999, 153-161.

Dies.: Family Life and Social Position of Women in the 1950s,in:Forrai, Judit (Hg.): Civilisation, Sexuality and Social Life inHidden Context. Hidden Face of Urban Life, Budapest 1996, 181-190.

Ramet, Sabrina P. (Hg.): Gender Politics in the WesternBalkans.Womenand Society in Yugoslavia and the Yugoslav Successor States.UniversityPark PA 1999.

Richers, Julia: Bloß "wohltätige Räuberei"? DieunterschiedlichenTätigkeitsfelder des Pester isr. Frauenvereins(1866-1914). Manuskript Basel 2002.

Zimmermann, Susan: Die bessere Hälfte? Frauenbewegungen undFrauenbestrebungen im Ungarn der Habsburgermonarchie 1848 bis 1918.Budapest 1999.

Links

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

Stand Dezember 2003.
Letzte Änderung: 17. März 2003.
Digitales Handbuch zur Geschichte und Kultur Russlands und Osteuropas

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

[1] Orzeszkowa: Ueber Gleichberechtigung, 20, 21f.
[2] Scott:Gender,1067.
[3] Hausen: Die Nicht-Einheit, 40.
[4] Vgl.Scott: Gender.
[5]Zur Übergang von der Frauengeschichte zur Geschlechtergeschichte sowiezur Männergeschichte: Hausen, Wunder(Hg.): Frauengeschichte; Kühne(Hg.): Männergeschichte.
[6] Fiesler: 100 Jahre; Kraft: Wo steht; Scheide: Gender Studies; Stegmann: Die osteuropäische Frau.
[7] Vgl.Schmidt: Kritik; Wolff: Investing.
[8] Pomata: Die Geschichte.
[9]Vgl. Weickhardt: Legal Rights; Boškovska: Die russische Frau;Puškareva: Women; Goehrke: "Mein Herr". Zu Polen: Karpiński, Kobiety,Bogocka, Białogłowa; sowie die Beiträge im Gender-Sonderheft von ActaPoloniae Historica.
[10] Vgl. z.B.Pietrow-Ennker: Rußlands "Neue Menschen"; Fieseler: Frauen auf dem Weg.
[11] Vgl. z.B. Edmondson: Gender in Russian.
[12] Vgl. zu Ungarn: Zimmermann: Die "Bessere"; zu Polen: Stegmann: Die Töchter.
[13] Vgl. Neumann: Studentinnen; Stegmann: Die Töchter, 79-83.
[14] Vgl. Kemlein: Geschlecht.
[15] Zur polnischen Zwischenkriegszeit vgl. Żarnowska, Szwarc (Hg.): Równeprawa.
[16] Fieseler: Frauen auf dem Weg; McDermid, Midwives; Hillyar: Revolutionary Women.
[17] Marx: Die deutsche Ideologie, 28-33; Engels: Ursprung der Familie; Bebel: Frau und der Sozialismus.
[18] Bebel: Frau und Sozialismus, 414, 280.
[19] Farnsworth: Kollontai 136-161, 168.
[20]Samojlova, Klavdija: Organizacionnye zadači otdelovrabotnic. Moskau1920; Clements: Bolshevik Women; Buckley: Women; Wood: Baba; Scheide:Kinder.
[21] Scheide: Delegiertenversammlungen.
[22] Wood: Baba; Goldman: Industrial Politics; Dies.:Women.
[23] Chatterjee: Celebrating Women.
[24] Goldmann: Women at the Gates.
[25] Maier: Hausfrau; Buckley: Untold Story.
[26] Fieseler: Krieg der Frauen.
[27] Conze: Sowjetische Industriearbeiterinnen; Dies., Weder Emanzipation.
[28]Charčev: A.G.: Familienforschung: An der Schwelle einer neuen Etappe.In: Sociologičeskoe issledovanija (1986) Nr. 3, 33. Zitiert in:Voronina, Ol'ga: Die Frau in der sowjetischen Gesellschaft. In:Perestrojka Zwischenbilanz. Hg. v. Klaus Segbers. Frankfurt/M. 1990,154-182, hier 169.
[29] Hansson: Unerlaubte Gespräche. Die ersteAusgabe erschien 1980 und basierte auf Interviews, die 1978 von denAutorinnen durchgeführt wurden.
[30] Baranskaja, Montag. Der Auszug stammt aus der Erzählung "Woche um Woche", die 1979 erschien.
[31]Köbberling: Zwischen Liquidation; Kischke, Martina: Der Mann steht vorder Bierbude. "Frauen in Russland" – ein illegaler Almanach aus derSowjetunion. In: Frankfurter Rundschau vom 8.3.1980.
[32] Siegl, Elfie: Frauen schuften im Schichtdienst, Männer tragen Verantwortung. In: Frankfurter Rundschau vom 8. März 1988.
[33] Ebd.
[34] Ebd.
[35] Kurze Informationen finden sich bei Buckley: Women und dies.: Adaptation.
[36] Mergel: Kulturgeschichte.
[37] Der Historikerinnentag 2002 in Zürich widmete sich dieser Fragestellung: Erfahrung.
[38]Abgesehen von engagierten Sozialwissenschaftlerinnen in verschiedenenfeministischen Zentren, etwa im Moskauer Center for Gender Studies, diev.a. aktuelle Probleme analysieren, beschäftigt sich vorrangig Natal'jaL. Puškareva mit der historischen Frauen- und Geschlechterforschung.
[39] Voronina: Žena i socializm.
[40] Ebd. 208.
[41] Ebd. 209.

 

Download als PDF-Datei (372 KB): Download als PDF-Datei

Inhalt:
1. Geschlecht und Osteuropa als Kategorien historischer Analyse
2. Frauenbefreiung und Männlichkeitsmuster
3. Experimente und Aufbau nach der Oktoberrevolution von 1917
4. Stalinismus
5. Zweiter Weltkrieg und Nachkriegsjahre
6. Gesellschaftlicher Aufbruch seit Perestroika und Glasnost'
7. Wendepunkte: Geschlecht und Osteuropa als Gegenstand kulturhistorischer Forschungen im Postsozialismus
8. Bibliographie

   

Gefördert von der DFG   Partner von Webis