Anlässlich des 600. Todestags von Jan Hus stellt das Themenportal mit drei einführenden Essays, retrodigitalisierter Fachliteratur sowie weiteren Materialien das Wirken des Prager Theologen und Kirchenreformers vor. Im Fokus steht dabei vor allem die Wirkung und Bedeutung, die Hus, die Hussitenbewegung und das Konstanzer Konzil im tschechischen, deutschen und russischen historischen Bewusstsein einnahmen und einnehmen. 

Leben, Werk und Lehre von Hus sowie die Hussitenbewegung waren stets zentrale und stark umstrittene Themen der europäischen Historiografie. Wie Karel Hruza in seiner Einführung betont, boten sie eine weite Projektionsfläche für religiöse, nationale, politische und kulturelle Instrumentalisierungen und stillten damit den Bedarf nach heldenhaften Vorbildern oder bedrohlichen Feindbildern. Gerade in Tschechien wurden Hus und die Hussitenbewegung im Laufe der Zeit in verschiedener Weise gedeutet, wie Jan Randák in seinem Essay ausführt. Die tschechische Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts, die Repräsentanten der demokratischen Tschechoslowakei in der Zwischenkriegszeit wie auch die tschechoslowakischen Kommunisten der Nachkriegszeit entwickelten jeweils passende Interpretationen zur Legitimierung ihrer Politik. Aus einer ähnlichen Perspektive betrachtet Michail Bojcov den Wandel der Rezeption von Hus und den Hussiten in der russischen und sowjetischen Historiografie. Das breite Spektrum reicht dabei von einer idealisierten panslawischen Vorstellung bis hin zum sozialistischen Klassenkampf.



 

Das Themenportal Jan Hus † 6. Juli 1415. 600 Jahre Konstanzer Konzil wird vom Collegium Carolinum, der Bayerischen Staatsbibliothek München, OstDok und der ViFaOSt betreut. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Bereiche der Osteuropaforschung werden ausdrücklich willkommen geheißen, sich mit Vorschlägen, Korrekturen und Fragen an die Redaktion zu wenden:

Arpine Maniero:
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Volker Zimmermann:
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Inhalt:

1. Einführende Essays

2. Bibliografie

3. Digitalisierte Literatur

4. Weitere Materialien