Die imaginative Kraft geografischer Bezeichnungen und deren politische Instrumentalisierung durch Um- sowie Rückbenennungen oder Übersetzungen ist hinlänglich bekannt und gerade in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem östlichen und südöstlichen Europa ein Topos von Brisanz (vgl. Wolff, Larry: Inventing Eastern Europe, 1994. Todorova, Maria: Imagining the Balkans, 1997.).

Die Balkankriege 1912/13 markieren hinsichtlich der Verwendung von Toponymen ein eigenes Konfliktfeld. Die verschiedenen Parteien bezogen sich bewusst auf die Genese bzw. die ihnen jeweils entgegenkommende Sprachvariante von Ortsnamen, um ihren territorialen Anspruch zu legitimieren. Türkische Ortsnamen sollten durch serbische, bulgarische, griechische ersetzt werden, die als die „ursprünglichen und korrekten“ Namen aufgewertet wurden. Das Nebeneinander von Ortsbezeichnungen in unterschiedlichen Sprachen, die je nach Kommunikationssituation aktiviert wurden, hatte keinen Platz mehr, nachdem die Verwendung eines türkischen, serbischen, bulgarischen, griechischen Namens zum Ausdruck nationaler und politischer Positionierung wurde.

Das teilweise bis heute bestehende Fehlen standardisierter Toponyme erschwert in der Praxis die Suche nach konkreten Orten und Schauplätzen historischer Ereignisse. Aus diesem Grunde finden Sie im Folgenden eine Ortsnamenskonkordanz für den Kriegsschauplatz der Balkankriege, die neben verschiedenen nationalsprachlichen Namensvarianten auch historische Namen enthält und über Geonames die Koordinaten referenziert (Geonames enthält zudem die englische Namensvariante).

Fett gedruckt steht jeweils der heute offizielle Ortsname.


Zur Ortskonkordanz

 

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Inhalt:

1. Einführung

2. Literatur

3. Weitere Materialien und Informationen

4. Werkzeuge