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Weitere Informationen zum Seliger-Archiv

Im Jahre 1989 entschloss sich die "Seliger-Gemeinde", die "Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten", ihr historisches Archiv, das "Seliger-Archiv" in Stuttgart, der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn zur weiteren Betreuung zu übergeben.

Die "Gesinnungsgemeinschaft" folgte damit dem Ratschlag des Bundesministeriums für innerdeutsche Beziehungen, das dem Aufbau des Archivs über Jahre wohlwollend ideell und materiell gefördert hatte.

Dem Archiv war eine historische Bibliothek angegliedert, die eine umfangreiche Sammlung von Primär- und Sekundärquellen zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung in den böhmischen Ländern enthielt.

Archiv und Bibliothek der deutschen Sozialdemokratie in der Tschechoslowakei ging nach der deutschen Besatzung 1938 verloren. Analysiert man jedoch die diversen Besitznachweise in den Büchern (Besitzstempel, Exlibris etc.) wird man feststellen, dass viele aus Arbeiterbesitz stammen.

Ganz offensichtlich wurden viele Bände bei der Ausweisung der deutschen Bevölkerung, die auch nicht vor den Sozialdemokraten halt machte, nach 1945 mit "in den Westen" genommen. Diese Tatsache zeigt, wie wichtig "das Buch" den meisten Funktionären der sudetendeutschen Arbeiterbewegung war und welche Bedeutung das gedruckte Wort für viele freiheitsliebende Sozialdemokraten hatte.

Durch systematischen antiquarischen Erwerb konnte die Bibliothekssammlung der Seliger-Gemeinde in Stuttgart über Jahre planvoll erweitert werden.

Nicht nur Materialien aus der Zeit vor 1938 wurden der Bibliothek beigefügt. Systematisch wurde die Sekundärliteratur nach 1945 erworben, die sich mit den Problemen Ausweisung und Vertreibung beschäftigte.

Von unschätzbarem Wert ist allein die Primärliteratur der ausländischen Gruppen, die sich als Bewahrer der Tradition der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik (DSAP) fühlten.

Die Publikationen aus Kamerun, Schweden und Großbritannien haben sich in dieser Vollständigkeit ausschließlich in der Bibliothek der Seliger-Gemeinde erhalten. 1995 legte die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung als erstes "Arbeitsresultat" ein Bestandsverzeichnis vor:

Bestandsverzeichnis der Bibliothek des Seliger-Archivs : Veröffentlichungen bis 1945 / Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. [Red.: Horst Ziska]. - Bonn, 1995. - XXVI, 417 S. : Ill.
ISBN 3-86077-415-8

Die umfangreiche Arbeit erfasste die in der Bibliothek des Seliger-Archivs vorhandenen gedruckten Veröffentlichungen aus der Zeit bis zum Ende des II. Weltkriegs. Dieser Bestand belief sich auf 3.700 monographische und etwa 700 periodische Veröffentlichungen. Das Verzeichnis war hierarchisch gegliedert und durch mehrere Register erschlossen.

Drei Jahre später wurde der interessierten Öffentlichkeit der zweite Band des Katalogisierungsprojektes präsentiert:

Verzeichnis des Nachkriegsbestands der Bibliothek des Seliger-Archivs / Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. [Red.: Rüdiger Zimmermann]. - Bonn, 1998. - VIII, 260 S.

Der Bestand für die Zeit nach 1945 war erheblich desperater. Neben wertvollen sudetendeutschen Heimatbüchern fand sich die Standardliteratur zur Historiographie der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung im Bestand wieder. Viele Veröffentlichungen befassen sich mit dem Unrecht der Vertreibung, der Rolle nationaler Minderheiten in Europa und den völkerrechtlichen Problemen der europäischen "Neuordnung" nach dem II. Weltkrieg.

Insgesamt umfasste die "Nachkriegsbibliothek" der Seliger-Gemeinde 3.298 Titel. Auch dieses Bestandsverzeichnis war systematisch angelegt.

Die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung hat sich nun entschlossen, den Gesamtbestand in einer einzigen Datenbank zu präsentieren. Diese soll über die Virtuelle Fachbibliothek Osteuropa einem größeren Nutzerkreis zugänglich gemacht werden.

Die Bibliothek hofft, damit auch einen Beitrag zu liefern, um die Rolle der sudetendeutschen Sozialdemokraten im gesamteuropäischen Friedensprozess angemessen zu beleuchten.

Im "Bestandsverzeichnis der Bibliothek des Seliger-Archivs : Veröffentlichungen bis 1945" führte der damalige Bibliotheksleiter, Horst Ziska, in einem Vorwort in die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung in den böhmischen Ländern und in den Bestand der Bibliothek des Seliger-Archivs und seiner Verzeichnung ein.

 
   

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